Das Wifo hat die verschiedenen Verwaltungen im Land unter die Lupe genommen, sie mit anderen Verwaltungen im Alpenraum verglichen und so Stärken, Schwächen und Potenziale herausgearbeitet. Die Einnahmen des Landeshaushaltes würden zukünftig fast ausschließlich von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen, geht aus der Wifo-Studie hervor. Deshalb gelte es, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Südtiroler Wirtschaft zu fördern. Dazu müssten drei Punkte erfüllt werden: - günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Bürokratieabbau, Steuersenkung, eine bessere Erreichbarkeit, Ausbildung, Sprachen oder Integration)- Innovations- Export- und Kooperationsförderung- eine regional ausgeglichene EntwicklungUnter normalen Voraussetzungen – also ohne Sparpakete der Regierung – würde der Landeshaushalt auch in Zukunft jährlich um zwei Prozent ansteigen, so das Wifo. Dies entspreche aber dem Inflationsanstieg, sodass der Haushalt de facto nicht wachsen werde.Die Ausgaben des Landes müssten in Zukunft gesenkt werden, geht aus der Wifo-Studie hervor. Eine Steigerung der Ausgaben wie bisher sei jedenfalls nicht mehr finanzierbar, insbesondere bei neuen Belastungen durch den Staat, wie den Sparpaketen. Die demografische Entwicklung bringe weitere Zusatzbelastungen mit sich, etwa die Pflegesicherung, errechnete das Wifo. Wie aber können die Ausgaben, besonders die laufenden, gesenkt werden? Man müsse alle Bereiche durchforsten und einen Optimierung der Abläufe erreichen, geht aus der Studie hervor. So müsse es Vereinfachungen und einen Bürokratieabbau innerhalb der öffentlichen Verwaltung geben, des weiteren könne man durch Synergien einsparen. Bei der Neuaufnahme von Personal müsse es mehr Disziplin geben, dasselbe gelte für Lohnverhandlungen. Die Ausgaben könnten ebenso durch eine langfristige Planung der Ausgabenbereiche im Landeshaushalt gesenkt werden, meint das Wifo. Potenzial gäbe es hierbei bei den Personalkosten (Verwaltung, Sanität, Bildung), bei Infrastrukturen und bei der Gesundheit (Vorsorge, Basisärzte, Synergien in der Verwaltung). Zudem müsste eine erhöhte Eigenbeteiligung der Bürger erfolgen (etwa bei Kultur, Sport und Freizeit). Bei einer Ausgabensenkung und einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung sieht das Wifo auch Spielraum für Steuersenkungen: So könnte man den regionalen Zuschlag auf die Einkommensteuer abschaffen und die Wertschöpfungssteuer Irap reduzieren. „Es ist für uns interessant zu erfahren, wie die Verwaltungen in Südtirol dastehen und wie die Wirtschaft ihre Dienste und ihr Funktionieren bewertet“, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder nach der Vorstellung der Studie. „Wir werden uns diese Vorschläge genauestens ansehen und Anregungen, die wir für sinnvoll erachten, ernst nehmen, damit wir bei der Erstellung des Haushalts auch die Sichtweise der Handelskammer berücksichtigen können, so wie etwa jene der Sozialpartner“, so Durnwalder, der allerdings klarstellt: „Den Haushalt erstellt nicht die Handelskammer, den Haushalt erstellt die Landesregierung.“sor/LPA