Für das Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen hat „die ständig steigende Belastung mit Steuern im letzten Jahrzehnt kontinuierlich an der Kaufkraft der Lohneinkommen genagt.“ Dem sei nicht ganz so bei der Inflation: Zu Beginn des Jahrzehnts seien die Löhne weniger stark gestiegen als die Inflation. Ab 2004 hingegen seien die Lohnsteigerungen höher gewesen, als die Inflation. „Der ständig wachsenden und im europäischen Vergleich hohen Steuerbelastung muss Einhalt geboten werden. Hier ist vor allem der Staat gefordert, das Land kann nur über eine Reduzierung des lokalen Zuschlages auf die Einkommenssteuer entlastend eingreifen“, so Handelskammerpräsident Michl Ebner zur Studie. „Zum zweiten müssen wir – und hier liegt in erster Linie die Mitverantwortung bei Unternehmen und Mitarbeitern – konsequent auf Produktivitätssteigerung setzen. Diese ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Löhne auch über die Inflationsrate hinaus gesteigert werden können.“ Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut ist es wichtig, zwei Effekte auseinanderzuhalten.Der Kaufkraftverlust aufgrund der Inflation beschränke sich auf die Jahre 2000, 2002 und 2003 , was bedeute, dass ab dem Jahr 2003 die Löhne stärker gestiegen seien, als die Inflation und damit auch die Kaufkraft gestiegen ist. „Würde man nicht elf Jahre, sondern zehn Jahre zusammennehmen, sprich den Kaufkraftverlust des Jahres 2001 weglassen, würde der aufgrund der Inflation berechnete Kaufkraftverlust von 3.384 Euro bereits auf 535 sinken. Die Steuerbelastung hingegen ist von Jahr zu Jahr angestiegen, ausgenommen die letzten zwei Jahre“, so das WIFO. Nehme man beide Effekte zusammen, so gebe es dennoch nur bis zum Jahr 2004 einen starken Kaufkraftverlust, dann aber eine Kaufkraftsteigerung. „Und da ist noch eine dritte Komponente, die für Lohnsteigerung wesentlich ist und die im Zusammenspiel zwischen Mitarbeitern und Unternehmen am besten forciert werden kann, nämlich die der Produktivität. Dort liegt Italien deutlich unter dem europäischen Durchschnitt“, erklärt das Wirtschaftsforschungsinstitut. Die Produktivität sei in innovativen Unternehmen mit einer guten Personal- und Betriebsführung sowie guten, motivierten, weiterbildungsfreudigen Mitarbeitern am größten – hier gebe es große Herausforderungen und Chancen zugleich.