<BR />„Das Geschäftsklima im Gastgewerbe wird durch den inflationsbedingten Rückgang der Kaufkraft der Haushalte beeinträchtigt. Die Unternehmen rechnen heuer mit einer Verlangsamung der Umsatzdynamik, was vor allem auf die geringeren Ausgaben der italienischen Gäste zurückzuführen ist“, schreibt das Wifo in seinem Wifobarometer für den Tourismus. <BR /><BR />Vor allem im Vinschgau und im Burggrafenamt fallen die Umsatzprognosen der Unternehmen demnach zurückhaltend aus, während in den südlichen und östlichen Gebieten Südtirols Optimismus vorherrscht. <BR /><BR />Dennoch sind unterm Strich immer noch 86 Prozent der im Tourismus tätigen Unternehmer zuversichtlich, heuer eine zumindest zufriedenstellende Rentabilität zu erzielen – im Vorjahr lag der entsprechende Wert bei 90 Prozent. <h3> Hotels und Pensionen profitieren von zunehmenden Nächtigungen</h3>Am zuversichtlichsten ist man im Beherbergungssektor und in der Gastronomie, wo man von der positiven Entwicklung der Touristenströme profitiert, wie das Wifo erklärt. <BR />So wurden zwischen Jänner und Mai in Südtirol über 12,9 Millionen Nächtigungen gezählt – 4,3 Prozent mehr als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres. <BR />Die Zunahme ist auf deutsche Touristen (plus 5,1 Prozent), aber vor allem auch auf die Gäste aus dem sonstigen Ausland zurückzuführen, deren Übernachtungen um 8,3 Prozent zulegten. Die Nächtigungen der italienischen Touristen gingen hingegen um 2,3 Prozent zurück. <h3> Pinzger: „Touristisches Angebot weiter bewerben“</h3>Für Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), ist vor diesem Hintergrund klar, dass die Bewerbung Südtirols als Tourismusdestination wichtig bleibt: „Die Gastronomie und die Beherbergung sind von vielen externen Faktoren abhängig, nicht zuletzt von der Kaufkraft und vom Reiseverhalten der Menschen. Deshalb ist es notwendig, dass das touristische Angebot weiterhin auf dem nationalen und internationalen Markt beworben wird.“<h3> Sinkende Umsätze in Bars und Cafés</h3>Deutlich mehr unter Druck sehen sich der Umfrage zufolge hingegen Bar- und Cafébesitzer. Sie klagen trotz der Erhöhung der Verkaufspreise über einen Rückgang des Umsatzes mit einheimischen Gästen.<BR /> 2023 sind laut der Wifo-Umfrage bei 46 Prozent die Erträge „schlecht“ ausgefallen. Heuer rechnen immerhin 74 Prozent mit befriedigenden bis guten Erträgen. 26 Prozent erwarten auch für dieses Jahr eine nicht zufriedenstellende Rentabilität.<BR /><h3> Ebner: „Tourismus – ein Wachstumsmotor Südtirols“</h3>Dem Tourismus kommt für Südtirols Wirtschaft eine wichtige Rolle zu, wie der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, betont: „Der Tourismus ist ein wichtiger Wachstumsmotor für Südtirol, denn die Ausgaben unserer Gäste kommen nicht nur dem Gastgewerbe zugute, sondern auch dem Handel, der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Bauwirtschaft.“<h3> Moser: „Gastronomie spielt Schlüsselrolle“</h3>Zudem sind vor allem Gastlokale wichtig für Südtirols Orte, wie Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbandes hds, ergänzt. „Um die Lebendigkeit und Attraktivität von Orten, Innenstädten, Stadtvierteln und Dorfkernen zu sichern, braucht es neben Einzelhandel und Dienstleistungen auch die Gastronomie. Bars, Cafés, Restaurants, Pizzerien und ähnliche Gastrobetriebe haben dabei eine Schlüsselrolle: Orte zum Ausgehen sind ein zentraler Faktor für die Ortsentwicklung, denn sie steigern die Frequenzen und Verweildauer von Besuchern.“