Dienstag, 06. November 2018

„Wir erarbeiten ein Manifest für die EU-Wahlen“

Europa muss den Geist der Gründerväter wiederfinden. Dies fordert der Präsident des italienischen Industriellenverbandes Confindustria, Vincenzo Boccia, in einem Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“. Europa müsse vereint auftreten, wenn es auch künftig gegenüber den USA oder China wettbewerbsfähig sein will, so Boccia.

Vincenzo Boccia ist von der Wichtigkeit des Brennerbasis-Tunnels überzeugt. - Foto: Ansa
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Vincenzo Boccia ist von der Wichtigkeit des Brennerbasis-Tunnels überzeugt. - Foto: Ansa

„Die Zukunft Europas hängt damit zusammen, ob es die Europäische Union schaffen wird, sich zu erneuern, den Geist der Gründerväter wiederzufinden und den Bürgern nicht nur Frieden sondern auch Wohlstand und Sicherheit zu bieten“, so Boccia. Die sogenannten populistischen Parteien seien das Ergebnis einer Nachlässigkeit, der man um jeden Preis entgegenwirken müsse.

Was den Haushaltsentwurf der italienischen Regierung anbelangt, so „fehlt die Aussicht auf Wachstum“, sagt Boccia. Von daher riskiere man, damit nicht weit zu kommen. Das Problem dabei sei gar nicht so sehr die Ausweitung der Defizitgrenze auf 2,4 Prozent, sondern fehlende Maßnahmen, die ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent im Jahr 2019 erwarten lassen würden. „Im dritten Quartal dieses Jahres ist die italienische Wirtschaft stagniert, das ist seit Jahren nicht mehr passiert.“

BBT „unverzichtbar“

Boccia betonte auch die Wichtigkeit des BBT und widerspricht damit italienischen Regierungsmitgliedern, die den Brennerbasistunnel in Frage stellen: „Infrastrukturen sind unverzichtbar für jedes Land.“ Dies gelte vor allem für ein Land wie Italien, Europas Nummer 2 in der Industrie, wenn man im Ranking nicht nach unten fallen möchte, betont Boccia. „Zudem haben solche Infrastrukturen nicht nur einen Selbstzweck, sondern zeigen auch die Haltung eines Landes, ob es offen oder nach innen orientiert ist.“

Was Südtirol anbelangt, so habe das Land „es geschafft, sich von einem der ärmsten zu einem der wohlhabendsten Gebiete Europas zu entwickeln“. Ein Grund dafür sei auch, „dass das verarbeitende Gewerbe am meisten zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt“.

D/sor

stol