<b>Herr Burger, fällt der Abschied schwer?</b><BR />Bernhard Burger: Nein, weil ich überzeugt bin, dass die Arbeit gut weitergeführt wird. Vor 15 Jahren habe ich das Amt des Obmanns von Seppl Lamprecht übernommen. Weil er mir seine Unterstützung zugesagt hatte, übernahm ich es. Leider starb er Ende 2010. Mir war es immer wichtig, bei den Ortsgruppen zu sein, um den Kontakt mit der Basis zu pflegen. <BR /><BR /><b>Viele Vereinigungen tun sich schwer, neue Führungskräfte zu finden: Wie war es im Bauernbund-Bezirk Burggrafenamt?</b><BR />Burger: Viel besser als erwartet. Wir hatten keine Probleme, Kandidaten für die Neuwahl zu finden. Und es sitzen auch einige neue Gesichter im neuen Bezirksbauernrat. Erneuerung ist wichtig, auch am Hof. Wenn der Nachfolger oder die Nachfolgerin bereit ist, den Hof zu übernehmen, soll der Bauer den Schritt machen. Ich bereue es nicht.<BR /><BR /><b>Welche Probleme hat die Landwirtschaft im Bezirk?</b><BR />Burger: Spezielle Probleme gibt es keine, denn sie betreffen immer das ganze Land. In erster Linie geht es darum, dass der Bauer mit dem Einkommen aus seiner Arbeit ein Auskommen haben sollte, ohne auf Subventionen angewiesen zu sein. Das ist sehr schwierig, weshalb sich die Landesförderungen auf die Berglandwirtschaft konzentrieren, die es besonders schwer hat. Trotz allem verliert Südtirol Jahr für Jahr im Schnitt rund 100 Bauernhöfe – vorwiegend im Berggebiet. Bis jetzt merkt man den steten Rückgang aber nicht, weil die meisten Wiesen dank Verpachtungen weiterhin bearbeitet werden. Vielfach werden Höfe verkauft, meistens an ausländische Investoren, weil sie zu teuer sind. Der Bauernbund will nun erheben, wie hoch der Anteil der ins Ausland verkauften Höfe ist. Wenn er wirklich so hoch sein sollte, wie man hört, müsste man unbedingt gesetzlich eingreifen. Wenn ein Bauernhof verkauft wird, dann muss er in meinen Augen auch vom Käufer bearbeitet werden.<BR /><b><BR />Das Auskommen mit dem Einkommen ist aber bekanntlich nicht das einzige Problem...</b><BR />Burger: Nein. Das Großraubwild ist ein Riesenproblem. Die Bauern fühlen sich alleingelassen. Jetzt hoffen wir, dass der Schutzstatus auf EU-Ebene endlich gesenkt wird. Ein Problem der Bauern im Tal ist die Kritik am Pflanzenschutz. Es wird gefordert, dass wir ökologisch produzieren sollen. Dass wir das können, haben wir auch bewiesen. Trotzdem stehen wir als Bösewichte da, wenn wir mit dem Sprüher unterwegs sind. Viele glauben wohl, dass wir aus Spaß Pflanzenschutzmittel ausbringen. Dafür ist es aber zu teuer. Seit 2023 ist auch der geplante Ausbau der Bahnlinie zwischen Bozen und Meran ein heißes Thema: Von Burgstall abwärts sollen mehr als 70 Prozent der Strecke neu trassiert werden, was viel Kulturgrund kosten würde. Wir Bauern haben Verständnis für eine Modernisierung und für die Errichtung eines zweiten Gleises, wir sind aber gegen eine komplette Neutrassierung. <BR /><b><BR />Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Landwirtschaft?</b><BR />Burger: Dass die Arbeit der Bauern endlich mehr anerkannt und geschätzt wird. Auch die Bürokratie sollte nicht mehr werden.<BR /><h3> Bezirksbauernrat: Schenner ist Favorit für Chefposten</h3>Entschieden ist noch nichts, der Schenner <Fett>Hannes Dosser</Fett> dürfte aber die besten Chancen haben, bei der heutigen ersten Sitzung des neuen Bezirksbauernrates das Amt des Obmannes anzutreten und damit Bernhard Burger zu beerben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="981994_image" /></div> <BR /><BR />Er erhielt bei der Neuwahl am meisten Stimmen – vor <Fett>Michael Kaufmann</Fett> (Naturns), der das Amt eines Vizeobmanns übernehmen könnte, <Fett>Christoph Mitterhofer</Fett> (Meran), <Fett>Karl Mairhofer </Fett>(St. Pankraz), <Fett>Matthias Zischg</Fett> (Lana), <Fett>Vigil Raffl</Fett> (St. Martin),<Fett> Anton Laimer</Fett> (Dorf Tirol), <Fett>Heinrich Ennemoser</Fett> (Moos) und <Fett>Christoph Weiss</Fett> (Unsere Liebe Frau im Walde). Im Gremium vertreten sind auch die Seniorenvereinigung, die Bäuerinnen und die Bauernjugend. <Rechte_Copyright></Rechte_Copyright><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />