Der Finanzplatz Mailand setzt offensichtlich ganz auf den jungen Linkspolitiker, der spätestens Anfang kommender Woche im neuen Kabinett in Rom das Ruder übernehmen soll.Die „Borsa Italia“ meldete am Freitag ein Plus von 1,45 Prozent auf 20.402 Punkte, das ist der höchste Stand seit Juli 2011. Zugleich veröffentlichte das Statistikamt Istat am Freitag das Ergebnis des letzten Quartalsergebnisses 2013, aus dem hervorgeht, dass Italiens Wirtschaft erstmals seit Mitte 2011 wieder gewachsen ist.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vierten Quartal des letzten Jahres um 0,1 Prozent zu. Experten hatten genau damit gerechnet. Im dritten Quartal 2013 hatte die Wirtschaft noch stagniert.Insgesamt schrumpfte das BIP voriges Jahr um 1,9 Prozent. Für 2014 peilt die Regierung in Rom ein Wachstum von 1,1 Prozent an. Gute Nachrichten kamen auch in punkto Verschuldung, die im Dezember um 36 Milliarden Euro gesunken ist.Hoffen auf den „positiven Schock“Italiens Unternehmer setzen große Hoffnungen auf das Wirtschaftsprogramm, mit dem Renzi an der Spitze eines neuen Kabinetts das Land nach über fünf Jahren der Krise wieder auf Wachstumskurs bringen will.Einen „positiven Schock“ erwartet sich die Industrie, die in den letzten Wochen immer wieder scharfe Kritik an Premier Enrico Letta geübt hatte. Dieser habe mit seiner wirtschaftspolitischen Linie zu wenig Mut bewiesen, seine Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums seien unzulänglich.„Von der Regierung Letta haben wir nicht die Antworten erhalten, die wir uns erhofft hatten“, kommentierte der Industriellenchef Giorgio Squinzi. Er versicherte jedoch, dass sich sein Industrieverband Confindustria keineswegs gegen die Regierung Letta verschworen habe. „Politik ist nicht unsere Sache. Wir protestieren jedoch gegen eine anti-industrielle Kultur, die in Italien leider schon seit Jahrzehnten überwiegt und die Industriellen erdrosselt“, kommentierte Squinzi.Die neue Regierung Renzi müsse sich um Steuersenkungen in Milliardenhöhe bemühen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau, die vor allem junge Menschen betreffe, sei besorgniserregend, warnte der Industriellenchef.apa