„Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind kein Gegensatz, im Gegenteil“, betont Philipp Senoner, CEO und Mitbegründer von Alpitronic. Und er muss es wissen, schließlich macht sein Unternehmen mit nachhaltigen Lösungen gerade beste Umsätze und das ehemals kleine Start-up (gegründet 2009) wächst und expandiert.<BR /><BR /> Aktuell hat der Betrieb über 800 Mitarbeiter (Durchschnittsalter 33,5 Jahre) und 4 Standorte in Europa sowie kürzlich eröffnete Standorte in Großbritannien und in den USA. Groß gemacht haben den Betrieb seine Schnellladegeräte „Hypercharger“ für E-Autos. Damit ist man europäischer Marktführer. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="962893_image" /></div> <BR /><BR />Senoner bleibt bescheiden, man sei ein Puzzlestück im Ökosystem Nachhaltigkeit. Doch bleibt es Fakt, dass ohne die Entwicklung von Schnellladegeräten, die zudem auch noch zuverlässig sind, der Siegeszug der E-Mobilität gezwungenermaßen in den Kinderschuhen stecken bleiben müsste. <BR /><BR />Die Alpitronic-Hypercharger haben bis zu 400 kW Leistung und laden ein modernes E-Auto von 20 auf 80 Prozent in 15 bis 30 Minuten. Gerade recht, um in dieser Zeit einen Einkauf zu erledigen oder an der Raststation einen Kaffee zu trinken. „Damit haben wir die Langstrecke für E-Autos möglich gemacht“, sagt Senoner. <BR /><BR />Und nur so ist das E-Auto konkurrenzfähig. Doch nicht nur das, mittlerweile ist E-Antrieb auch für den Warentransport nicht nur machbar, sondern auch sinnvoll. Hatte man lange Zeit gedacht, für Lkw könnte diese Art des Antriebes nie eine nachhaltige Lösung sein, bemüht sich Alpitronic auch hier, Lösungen zu ermöglichen. Bei voll beladenen Lkws der nächsten Generation sind 400 Kilometer durchgehende Fahrt ohne Nachladen schon jetzt drin.<h3> Als Dienstleister gestartet</h3>Gestartet ist das Unternehmen zunächst mit der Entwicklung von leistungselektronischen Systemen als reiner Dienstleister (Beratung, Konzeption und Entwicklung). Doch schon im Businessplan, so berichtet Senoner, war als Stufe 3 die Lancierung eines eigenen Produktes am Markt vorgesehen. 2016 wurde mit der Entwicklung des Hypercharger begonnen, ein Produkt, das man nicht nur selbst entwickelt hat, sondern auch selber produziert und vertreibt. <BR /><BR />„Es war abzusehen, dass der Nachhaltigkeitssektor ein stark wachsender Sektor ist. Und es entspricht auch unserer Firmenphilosophie, unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft zu leisten“, so Senoner. Natürlich ist E-Mobilität zwar emissionsfrei, nachhaltig ist sie aber nur, wenn der verwendete Strom grün ist. „Wir sind eben nur ein Teil des Transformationsprozesses“, sagt der CEO bescheiden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="962896_image" /></div> <BR /><BR />Ausruhen will sich bei Alpitronic auf den Lorbeeren niemand. Auch weil die Ladesäulen nur die „halbe Miete“ sind. „Wir lassen daher für unsere Produkte sogenannte Lebenszyklus-Analysen erstellen, die den gesamten CO2-Fußabdruck des Produktes darstellen. Da geht es darum, woher kommen die Materialien und Einzelteile, wie viel Energie wurde für deren Produktion und Transport schon verbraucht, was kommt bei der Fertigstellung bei uns dazu. <BR /><BR />Der Kunde bekommt den kompletten Überblick“, sagt Senoner. Demnächst will man diese Analyse im Betrieb selber erstellen: „So kann man schneller da ansetzen, wo sich im Sinne der Nachhaltigkeit Dinge verbessern lassen.“ Auch hier hat man schon sehr genaue Vorstellungen, wo es hingehen soll. Neben möglichst grünem Transport („wir wollen unsere Produkte in absehbarer Zeit mit E-Lkw zum Kunden bringen“) versucht man, zunehmend recycelbare Rohstoffe einzusetzen. „Und der nächste Schritt werden recycelte Rohstoffe sein.“<h3> Alle 2 Wochen eine Million Ladevorgänge</h3>Ein weiteres „Thema der Zukunft“ ist die Effizienz, je weniger Energieverluste (in Form von Wärme) es beim Laden der Batterien gebe, desto besser sei dies für Umwelt und Kunden. Das mag beim einzelnen Ladevorgang ein geringfügiger Verlust sein, doch mit den Ladesäulen von Alpitronic werden täglich zwischen 80.000 bis 100.000 Fahrzeuge geladen. „Schaffen wir es, die Verluste zu halbieren, dann lassen sich damit ganze Windparks einsparen“, gibt Senoner die Richtung vor. „Detail“ am Rande: Für die erste Million Ladevorgänge an Alpitronic-Ladesäulen hat es 2,5 Jahre gebraucht. „Mittlerweile haben wir alle 2 Wochen eine Million“, weiß Senoner. <BR /><BR />Bei Alpitronic ist man aber bereits einmal mehr der Zukunft einen Schritt voraus: Denn die „Charger“ können die Akkus der E-Fahrzeuge nicht nur auf-, sondern auch entladen. „Die nächste Generation der E-Autos wird auf diese Art als Stromspeicher genutzt werden können. So kann das stillstehende Auto über Nacht Strom liefern“, so Senoner.<BR /><BR />Ein zweites Beispiel für wirtschaftlichen Erfolg mit Nachhaltigkeit: „It's time to change“ ist das Motto beim Terlaner Handwerkbetrieb Alpin Kälte – dem Klima zuliebe. Gewechselt wird dabei das Kältemittel für große Kühlanlagen – weg von chemischen und umweltbelastenden, hin zu natürlichen, die für das Klima weniger schädlich sind. Was sich die 4 Betriebsinhaber schon seit geraumer Zeit auf die Fahnen geschrieben haben, wird nach EU-Vorgaben in naher Zukunft Pflicht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="962899_image" /></div> <BR /><BR /><BR /> Über viele Jahre waren sogenannte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in Kühlanlagen aller Größenordnungen die Regel. Jeder Haushaltskühlschrank funktionierte mit diesen chemischen Gasen. Dann erkannte man deren Schädlichkeit für die Ozonschicht – und sie wurden verboten. Verwendet wurden fortan Fluorkohlenwasserstoffe – also Gase ohne das ozonschädigende Chlor. <BR /><BR />Für das Klima schädlich sind auch diese: „Ein häufig verwendetes Kältemittel ist das R404A, ein besonders schädliches Treibhausgas. Ein Kilo dieses Gases hat die klimaschädliche Wirkung von etwa 4 Tonnen CO2“, weiß Kältetechniker Matthias Wirth. „Man spricht hier vom GWP-Wert oder auch CO2-Äquivalent eines Kältemittels.“ Große Kühlanlagen benötigen große Kühlmittelmengen. Anlagen mit 200 Kilo Gas sind keine Seltenheit. Die Klimaschädlichkeit dieser Menge entspricht knapp 800 Tonnen CO2. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="962902_image" /></div> <BR /><BR />Zusammen mit Andreas Nogler, Klaus Doná und Gabriel Falser bietet er eine Alternative zu den chemischen Gasen. „Wir verwenden natürliche Kältemittel, deren Nutzung ist zwar etwas komplizierter, aber wir haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet und können für den Kunden die jeweils geeignetste Anlage mit dem passenden natürlichen Gas, beispielsweise Ammoniak oder CO2, anbieten“, so Nogler. <BR /><BR />Noch stellen ihre Kunden – aus Südtirol, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz – freiwillig um. Doch ab etwa 2030 dürfen Neuanlagen nur mehr mit natürlichen Kältemitteln betrieben werden. Und die Auftragsbücher, die jetzt schon gut gefüllt sind, dürften dicker werden. Zumal auch das „Kühlen“ immer wichtiger werden dürfte. Denn zu Kühlanlagen zählen nicht nur Kühlzellen und -räume etwa für Lebensmittel, sondern auch Klimaanlagen. <h3> Energetische Sanierungen</h3>Natürlich kümmert man sich bei Alpin Kälte auch um „alte“ Anlagen und bietet für diese energetische Sanierungen. „Der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende ist nicht nur der Einsatz von regenerativen Energien, sondern vielmehr die Energieoptimierung von bereits bestehenden Systemen“, ist man bei Alpin Kälte überzeugt. <BR /><BR />Doch die 4 hoch spezialisierten Mechatroniker denken noch weiter: „Wir wollen der Klimakrise maximal entgegenwirken und unseren Teil dazu beitragen, dass so wenig Energie wie möglich verbraucht oder gar verschwendet wird“, sagt Matthias Wirth. Und weil, wo Kälte erzeugt wird, immer auch Wärme entsteht, gilt das Bemühen der 4 Handwerker deren Nutzung. „Abwärme ist viel zu schade, um sie einfach so in die Umgebung abzugeben“, betont er. <h3> Mit Wärmerückgewinnung in die Zukunft</h3>Das Zauberwort: Wärmerückgewinnung. „Darin liegt ein großes Potenzial für die Zukunft“, ist Wirth überzeugt – und es senkt für den Kunden die Kosten. „Mit der richtigen Technik kann man 100 Prozent der Abwärme einer Kälteanlage nutzen und damit beispielsweise über eine Fußbodenheizung Büros oder Verkaufsräume heizen“, so Nogler. „Wir können unsere Anlagen so optimieren, dass mit der Abwärme Warmwasser erzeugt und sowohl für Heizanlagen als auch als Vorlauf für Warmwasser genutzt werden kann“, erklärt Nogler.<BR /><BR /> Und weil die 4 überzeugt sind, dass das der richtige Weg in die Zukunft ist, gibt Doná sein Wissen als Berufsschullehrer an die nächste Generation weiter – der Umwelt zuliebe.<BR />