Die Idee hat bereits in mehreren italienischen Regionen Fuß gefasst, in einigen Dörfern ist die Initiative zu einer Erfolgsgeschichte geworden.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /> Zu den Ortschaften, die dank des Projekts des Immobilienverkaufs langsam aufblühen, zählt Viganella unweit der Stadt Domodossola im Piemont. Hier sind bereits 5 Häuser nach diesem Marketingkonzept verkauft und restauriert worden. Die Gemeinde liegt im Antrona-Tal nahe der Schweizer Grenze. Viele Häuser hier stehen leer: Etliche junge Leute sind abgewandert, es fehlt an Arbeitsplätzen. <BR /><BR />Die Bergortschaft hatte rund 30 verwahrloste Immobilien, weil die Besitzer ins Ausland ausgewandert oder die Erben der Häuser unauffindbar waren. Das langsame aber stete Dahinsterben des Dorfes schien unabwendbar, bis die Idee der Häuser zu einem Euro kam. Inzwischen interessieren sich Deutsche, Schweizer und Niederländer für Viganella. <BR /><BR />„Die Gemeinde setzt die Eigentümer mit Interessenten in Verbindung und bürgt für die Transaktion. Das ist eine Garantie für den Käufer“, betont Alberto Preioni, der während seiner Amtszeit als Bürgermeister die Initiative des Häuserverkaufs initiiert hat. Sein Ziel ist es, das Dorf mit spätmittelalterlichen Wurzeln und seinen 350 Einwohnern wiederzubeleben. <BR /><BR /><b>Belebung für die Wirtschaft</b><BR /><BR /> Nur gute Erfahrung mit der Aktion „Case a un euro“ hat auch Sambuca, eine malerische Gemeinde in den Hügeln Siziliens. Zum nächsten Strand ist es nicht weit, Palermo liegt 80 Kilometer entfernt. Die Einheimischen zogen in den vergangenen Jahren lieber in die Städte oder an die Küste als auf dem Land zu bleiben. Um den Trend zu stoppen, hat das 6000-Seelen-Dorf inzwischen etwa 30 Häuser zwischen 40 und 150 Quadratmeter für einen Preis verkauft, der einem Espresso entspricht. <BR /><BR /> Die Initiative hat auch im Ausland Interesse geweckt. Die Schauspielerin Lorraine Bracco, bekannt für ihre Rollen in „The Sopranos“ und „Goodfellas“, folgte ihren italienischen Wurzeln und kaufte sich in Sambuca eine heruntergekommene Immobilie für einen Euro, die sie jetzt in eine Villa verwandeln möchte. Über ihre Erfahrung bei der Restaurierung ihres Feriendomizils entstand sogar eine Reality Show. <BR /><BR /> „Viele Menschen aus den USA, Deutschland und der Schweiz haben uns besucht, sich in Sambuca verliebt und ein Haus gekauft, auch auf dem Privatmarkt. Das hat den lahmen Immobilienmarkt wieder in Schwung gebracht und die lokale Wirtschaft wiederbelebt“, berichtet der Vizebürgermeister Sambucas, Giuseppe Cacioppo. Jeden Tag melden sich Dutzende Personen per E-Mail bei ihm, darunter viele Amerikaner. <BR /><BR /> Auch Sardinien will nicht zurückbleiben. So hat die 1300-Seelen-Gemeinde Ollolai im Herzen der Insel beschlossen, Häuser zu einem symbolischen Preis von einem Euro zu vermieten. Etwa 30 Häuser stehen zur Verfügung, hinzu kommen noch Geschäftslokale.<BR /><BR /><b>Aktion für Italiener und Käufer aus dem Ausland</b><BR /><BR />Die Initiative richtet sich an Italiener und Käufer aus dem Ausland. Voraussetzung ist die Bereitschaft, den Wohnsitz in die Gemeinde zu verlegen, aber auch der Nachweis eines Lebensprojekts in Ollolai, das bei einem Gespräch überprüft wird. Der Anreiz wird 5 Jahre lang gewährt, danach werden die Mietkosten den marktüblichen Regeln unterliegen, aber nicht mehr als etwa 250 Euro monatlich betragen. <BR /><BR /> Ziel ist es, eine unmittelbare Antwort auf die Probleme der Entvölkerung zu geben, auch mit Hilfe staatlicher und regionaler Initiativen, die darauf abzielen, den Aufenthalt in den Dörfern zu fördern, erklärt der Bürgermeister von Ollolai, Francesco Columbu. Man wolle den Menschen helfen, die andere Seite Sardiniens zu entdecken, die Gebiete im Landesinneren, die Düfte, die Aromen, die Archäologie und das immense Kulturerbe. Zu den Charakteristiken des Dorfs, das auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblickt, zählen die Langlebigkeit der Bevölkerung mit mehreren Hundertjährigen, sowie die unberührten Wälder und Wiesen. <BR /><BR />Ollolai hat bereits Erfahrung mit der Vergabe von Immobilien zu Spottpreisen. So wurden in einer ersten Phase des Projekts schon 30 Häuser zum Symbolpreis von einem Euro vergeben, die jetzt restauriert werden. <BR /><BR />„Unsere Initiative hat viel Interesse geweckt, vor allem seitens der Franzosen und Briten. Auch aus Norwegen sind Interessenserklärungen eingetroffen. Leider hat die Pandemie unsere Projekte ein wenig gebremst. 2 französische Familien haben jedenfalls bereits das Restaurierungsprojekt abgeschlossen, sie werden im Frühjahr hier erwartet. Die Restaurierung von Häusern belebt die lokale Wirtschaft. Wer von uns ein Haus erhält, verpflichtet sich, die Renovierung in 3 Jahren abzuschließen“, berichtet Michele Cadeddu, Leiter der Genossenschaft, die im Auftrag der Gemeinde Ollolai das Projekt der Häuser zu einem Euro entwickelt.<BR /><BR />