<BR />Während das Wohlstandsgefälle in Italien von Norden nach Süden verläuft, dreht es sich in Südtirol um neunzig Grad: Im Osten des Landes wird im Schnitt mehr verdient als im Westen. Zu diesem Ergebnis kommt das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) in seiner jüngsten Analyse der Steuererklärungen – und bestätigt damit eine bereits altbekannte Schieflage im Land.<BR /><BR />Insgesamt 442.035 Personen gaben im Vorjahr ihr Einkommen aus dem Jahr 2024 an. In Summe waren es 13,2 Milliarden Euro, die dem Fiskus vorgelegt wurden. Das Durchschnittseinkommen liegt also bei 29.850 Euro – der zweithöchste Wert in Italien nach der Lombardei (30.200 Euro).<h3> Wolkenstein mit höchstem Durchschnittseinkommen</h3>Wer die Lupe ansetzt, erkennt jedoch schnell deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden. <BR /><BR />Die Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahler sind Wolkenstein (35.666 Euro), Pfalzen (34.864 Euro), Bruneck (34.157 Euro), Vahrn (33.856 Euro) und Eppan (33.798 Euro).<BR /><BR />Am anderen Ende der Rangliste liegt mit deutlichem Abstand Laas, wo das durchschnittliche Einkommen lediglich 16.999 Euro beträgt. Dahinter folgen Taufers im Münstertal (19.076 Euro), Kastelbell-Tschars (19.736 Euro), Latsch (20.159 Euro) und Martell (20.580 Euro) – alles Gemeinden im Westen des Landes. <BR /><BR />Dass der Westen beim ausgewiesenen Einkommen so hinterherhinkt, hat laut Afi-Dirkektor Stefan Perini mehrere Gründe. Entscheidend sei vor allem die Wirtschaftsstruktur: „In Gemeinden mit einem hohen Anteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft liegen die Einkommen tendenziell niedriger.“ Dies treffe auf den Vinschgau zu.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="6a35420ac6859ff20ebde136" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR /><BR />Ein weiterer wesentlicher Faktor für das Tal sei das Grenzpendlertum. Arbeitnehmer, die in der Schweiz tätig sind und dort ihre Steuern entrichten, tauchen in der heimischen Einkommensstatistik schlichtweg nicht auf. Das verzerre das Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage vor Ort massiv.<h3> Aufsteiger: Enneberg und Sexten</h3>Noch einmal interessanter wird die Analyse im Zeitverlauf. Ein Vergleich mit den Daten von vor zehn Jahren zeigt nämlich, dass sich das Einkommen in manchen Gemeinden deutlich verschoben hat. <BR /><BR />Plätze gutgemacht haben vor allem Enneberg (44 Positionen nach vorne), Sexten (40), Natz-Schabs (26), Kastelruth (24) und Laurein (24). Zu den Gemeinden, die im Ranking zurückgefallen sind, zählen hingegen Prags (minus 40 Positionen), Niederdorf (minus 33), Schnals (minus 28), Toblach (minus 25) und Glurns (minus 23).<BR /><BR />Die höchsten durchschnittlichen Nettosteuern werden in Wolkenstein in Gröden (9.068 Euro) gezahlt, gefolgt von Pfalzen (8.492 Euro), Eppan an der Weinstraße (8.422 Euro), Vahrn (8.280 Euro) und der Bischofsstadt Brixen (8.248 Euro).