Mittwoch, 17. Juli 2019

Wohnbauförderung in Südtirol ist Erfolgsgeschichte

20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Wohnbauförderungsgesetzes hat Landesrätin Deeg am Mittwoch Zwischenbilanz gezogen: Insgesamt wurden 3,4 Milliarden Euro an Förderungen an die Bürger ausbezahlt. Umrahmt von Landesabteilungsdirektor Stefan Walder und Wobi-Präsident Heiner Schweigkofler stellte Wohnbaulandesrätin Waltraud Deeg am Mittwoch Kennzahlen und Fakten zum Wohnbau in Südtirol vor. STOL hat mit Stefan Walder gesprochen.

Das Land unterstützte den „persönlichen Wohntraum" mit knapp 3,4 Milliarden Euro.
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Das Land unterstützte den „persönlichen Wohntraum" mit knapp 3,4 Milliarden Euro. - Foto: © LPA

„Man kann es nicht anders bezeichnen als eine Erfolgsgeschichte, hat doch die Wohnbauförderung in Südtirol zahlreichen Menschen zur Realisierung ihres Wohntraums verholfen", hob Landesrätin Deeg hervor. Eine Wohnung sei ein Lebensprojekt. Das Land Südtirol habe es in den vergangenen 20 Jahren mit beinahe 3,4 Milliarden Euro unterstützt.

Bedeutend für Autonomie

Abteilungsdirektor Stefan Walder stellte die wichtigsten Kennzahlen zu den einzelnen Arten der Unterstützung vor: „Das Thema Wohnbau ist ein bedeutendes für die Autonomie." Wohl gerade deshalb wurden die Wohnbaureformgesetze gleich nach Inkrafttreten des Zweiten Autonomiestatutes 1972 auf den Weg gebracht. Durch die aktive Wohnbauförderung sei es gelungen, auch den ländlichen Raum attraktiv zu halten und Abwanderung zu verhindern.

In einer Studie aus dem Jahr 2016 sei der aktuelle Wohnungsbestand in Südtirol erhoben worden. Auffallend dabei sei, dass rund 70 Prozent der Wohnräume im Eigentum der Bewohner seien, gleichzeitig stünden „nur" 12 Prozent der Wohnungen leer. Dies sei auf gesamtstaatlichem, aber auch internationalem Niveau ein sehr guter Wert. Mit dem neuen Wohnbauförderungsgesetz bemühe sich das Land, diesen Wert noch weiter zu senken.

Mit dem Institut für den sozialen Wohnbau des Landes Südtirol (Wobi) verfügt Südtirol über eine Möglichkeit, auch den sozial Schwächeren Wohnmöglichkeiten zu bieten. Während in den vergangenen Jahren die Bautätigkeit des Wobi zurückgefahren wurde, kündigte Wobi-Präsident Heiner Schweigkofler heute eine neue Bauoffensive an: „In den kommenden Jahren sollen an die 1000 Wohnungen entstehen." Ein Großteil davon sei im neuen Bozner Stadtviertel im Bahnhofsareal Bozen vorgesehen. „Ein wichtiger Teil unserer momentanen Tätigkeit ist die Sanierung unserer insgesamt 13.414 Wohnungen. Dabei wollen wir Vorbilder sein, indem wir auf Energie- und Kosteneinsparungen für die Mieter setzen", unterstrich Schweigkofler. Beispielhaft dafür nannte er das Projekt Sinfonia in der Bozner Palermo- und der Cagliaristraße.

Landesrätin Deeg hob hervor: „Investitionen ins Wohnen helfen, Altersarmut vorzubeugen." 

So unterstützt das Land beim Wohnen

Das Land sieht unterschiedliche Fördermöglichkeiten vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Realisierung der Erstwohnung. Dafür wurden etwa 50.000 Ansuchen genehmigt und 2,07 Milliarden Euro an Förderungen ausbezahlt.

Ansuchen können Bürger um Unterstützung bei Kauf, Bau und Sanierung der Erstwohnung. Besonders hoch ist die Nachfrage nach einer Unterstützung für den Kauf: Beinahe 20.000 Antragsteller haben in den vergangenen 20 Jahren rund 614 Millionen Euro erhalten.

Seit 2014 zahlt das Land zudem Vorschüsse auf die Steuerabzüge an die Bürger aus. Dabei wurden bisher beinahe 47 Millionen von Seiten des Landes für 1447 genehmigte Ansuchen ausbezahlt. Schließlich unterstützt das Land Südtirol nicht nur beim Bau von Häusern, sondern auch beim Erwerb des Baugrundes und der Erschließung. Die Finanzierung läuft in diesem Fall jedoch nicht direkt über den Antragsteller, sondern wird gemeinsam mit den Gemeinden abgewickelt.

lpa/stol

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