<BR />Die FIAIP (federazione italiana agenti immobiliari professionali) hat heuer gemeinsam mit ihren 120 Maklern in Südtirol erstmals die Preise für Wohnimmobilien in den 116 Gemeinden des Landes erhoben. Am Donnerstag wurden einige Ergebnisse daraus offiziell präsentiert. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63664641_quote" /><BR /><BR /><BR />Interessant: Die Zahl der Wohnungsverkäufe ist 2023 zurückgegangen - teilweise sogar sehr stark. „Das Jahr endete mit einem Rückgang der Immobilienverkäufe, der in vielen unserer Regionen sogar zweistellig war“, berichtet Christian Platzer, Präsident der FIAIP für die Region Trentino-Südtirol.<BR /> „Zum Beispiel verzeichnet die Stadt Bozen einen Rückgang von fast 12 Prozent bei den Immobilienverkäufen, im Eisacktal waren es sogar 40 Prozent.“ <BR /><BR />Hauptursache dürften die gestiegenen Kreditzinsen und die hohe Inflation sein, die dazu geführt haben, dass die Südtiroler den Kauf des Eigenheims auf Eis gelegt haben.<BR /><BR />Dass der Rückgang in Bozen nicht so stark ausgefallen ist, führt Platzer in erster Linie darauf zurück, dass in den Städten grundsätzlich die Nachfrage stärker sei als am Land. Zudem sei in den Städten das Interesse an Immobilien als Investitionsobjekt höher. <BR /><BR />Auch heuer hat sich der Trend bislang fortgesetzt: „Das Jahr 2024 begann ebenso mit rückläufigen Angeboten und Nachfragen im Vergleich zu den Vorjahren“, so Platzer. <h3> Preise sind stabil geblieben</h3><BR />Hat sich diese Entwicklung auch auf die Preise ausgewirkt?<BR />Bislang nicht. „Die Preise blieben im Wesentlichen stabil“, so Platzer.<BR /><BR />In Bozen erreichte der Quadratmeterpreis für eine neue Wohnung in Zentrumslage demnach bis zu 7000 Euro, in den peripheren Stadtteilen bis zu 4100 Euro. <BR /><BR />Gut zu wissen: „Die Preise beziehen sich in Italien immer auf die kommerzielle Verkaufsfläche, so auch in dieser Erhebung“, erklärt Christian Platzer. Gemeint ist damit die sogenannte Bruttofläche, sprich die Netto-Wohnfläche, zu der die Mauern und ein gewisser Prozentsatz für Keller, Garage, Garten usw. dazugezählt werden. „Als Faustregel gilt: Nettofläche plus ein Viertel ist die kommerzielle Fläche“, so Platzer. Wer sich also eine Immobilie mit 100 Quadratmetern Wohnfläche wünscht, muss die Preise auf 125 Quadratmeter berechnen. <BR /><BR />Am teuersten ist Wohnen bekanntlich in den touristischen Gemeinden: „In den Top-Touristenorten in Gröden und im Gadertal erreichen die Verkaufspreise sogar bis zu 15.000 Euro je Quadratmeter“, so Platzer.<BR /><BR />In Meran reichen in Zentrumslage die Preise von einem Minimum von 2600 Euro je Quadratmeter in einer renovierungsbedürftigen Immobilie bis zu 6500 Euro für eine neue Wohnung. In Leifers schwanken die Preise im Zentrum zwischen mindestens 2500 Euro (zu renovieren) bis 4300 (neu bzw. renoviert). <h3> Starke Unterschiede</h3>„Der Immobilienmarkt unserer Provinz ist im Allgemeinen sehr dynamisch und variiert natürlich je nach Region und Art des Eigentums“, unterstreicht Carlo Perseghin, Präsident der FIAIP in Südtirol. <BR />Bozen beispielsweise sei eine touristisch sehr beliebte Stadt mit einer starken Nachfrage nach Wohn- und Geschäftseigentum. Die zentralen Zonen sowie einige Teile der Altstadt hätten tendenziell höhere Preise, während die Randgebiete möglicherweise erschwinglicher sein können. „Einfamilienhäuser und Wohnungen in historischen Gebäuden sind äußerst selten und sehr begehrt. Zudem zieht Bozen sowohl lokale als auch internationale Käufer an.“ Ähnliches gelte für Leifers, Meran, Brixen, Sterzing und Bruneck. <h3> So schätzt der Experte die weitere Entwicklung ein</h3><BR />Und wie sieht die Prognose der Experten für die Zukunft aus? <BR />Von einem spürbaren Rückgang der Preise ist nicht auszugehen, aber Platzer sieht zumindest Anzeichen einer Beruhigung. „Vor allem für Neubauten dürften die Preise 2024 stabil bleiben, tendenziell vielleicht sogar etwas zurückgehen“, schätzt er. <BR /><BR />