Mittwoch, 01. April 2020

Zara-Gründer spendet Millionen Euro für spanische Spitäler

Zara-Gründer Amancio Ortega hat spanischen Krankenhäusern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie medizinisches Material im Wert von 63 Millionen Euro gespendet.

Amancio Ortega, der reichste Mann Spaniens, spendete im großen Stil.
Amancio Ortega, der reichste Mann Spaniens, spendete im großen Stil. - Foto: © APA (dpa) / Jens Kalaene
Über seine Stiftung belieferte der spanische Modezar landesweit Kliniken mit insgesamt 1450 Beatmungsgeräten, 450 Betten, 3 Millionen Schutzmasken, eine Million Schnelltests-Kits und anderer medizinischer Ausrüstung.

Das Material beschaffte er teils aus China, wo der Zara-Mutterkonzern Inditex zahlreiche Textilzulieferunternehmen hat. Die Schutzmasken ließen er teilweise in den zehn großen Textilfabriken fertigen, über die Inditex in Spanien verfügt.

Ortega spendet immer wieder für spanisches Gesundheitssystem

Ortega engagierte sich immer wieder für die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems in Spanien.

Vor 2 Jahren spendete seine Stiftung 320 Millionen Euro an die Krebshilfe. Mit dem Geld wurden für öffentliche Kliniken insgesamt 290 Mammographie- und Bestrahlungsgeräte der neusten Generation angeschafft. Mit einem Vermögen von 59,5 Milliarden US-Dollar (53,92 Mrd. Euro) ist Ortega laut Forbes der fünfreichste Mann der Welt.

Spaniens Staatsoberhaupt König Felipe VI. bedankte sich bereits vor einigen Tagen für die mehrmaligen Spendenaktionen von Mundschutzmasken. Auch die spanische Bevölkerung widmete einen Abend einen Balkon-Applaus für den spendablen Textilfabrikanten, der sogar für den Prinzessin-von-Asturien Preis vorgeschlagen werden soll, den spanischen „Nobelpreisen“.

849 neue Todesopfer in Spanien in 24 Stunden

Natürlich ist der Zara-Gründer nicht der einzige Unternehmer, der sich mit großen Spenden im Kampf gegen die Epidemie engagiert. Am Dienstag kamen aus China auch die 2 Millionen Mundschutzmasken an, die der spanische Modekonzern Mango in China für spanischen Krankenhäuser produzieren ließ. Beide Unternehmen boten der Regierung zudem ihre internationale Logistik-Infrastruktur an, um im Ausland medizinisches Material einzukaufen.

Unterdessen nimmt die Verbreitung des Coronavirus in Spanien immer dramatische Zustände an. In den letzten 24 Stunden kamen 849 neue Todesopfer hinzu. Mit über 94.500 Infizierten und fast 8200 Toten ist Spanien nach Italien und den USA das am schlimmsten von der Epidemie betroffene Land der Welt.

So verschärfte die spanische Regierung seit Dienstag nochmals die ohnehin schon strikten Ausgangssperren. Für die kommenden 2 Wochen dürfen nur noch Personen aus „strukturrelevanten“ Sektoren zur Arbeit.

Die anderen dürfen die Wohnung nur verlassen, um zum Arzt zu gehen oder Nahrungsmittel oder Medikamente zu kaufen. Man habe das Land in den „Winterschlaf“ versetzt, erklärte Regierungssprecherin María Jesus Montero.

apa

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