Sonntag, 01. Oktober 2017

Zuckerquote in der EU gefallen

In der Europäischen Union ist am Wochenende die Zuckerquote gefallen. Seit Sonntag gelten keine Mindestpreise mehr für in der EU angebaute Zuckerrüben.

Begrenzungen für den Zuckerrüben-Anbau sind gefallen. - Foto: APA
Begrenzungen für den Zuckerrüben-Anbau sind gefallen. - Foto: APA

Auch die Quoten und Begrenzungen europäischer Produktion von Zucker und Glukosesirup sowie bestehende Exportbeschränkungen fielen weg. Bisher waren der Zuckerproduktion in der EU enge Grenzen gesetzt.

Maximal 85 Prozent der Produktion durften aus EU-Ländern stammen, zusätzlich galt eine Obergrenze von jährlich 13,5 Millionen Tonnen. Außerdem mussten die Zuckerproduzenten den Landwirten einen Mindestpreis für ihre Rüben zahlen. Diese starren Begrenzungen waren 2006 eingeführt worden, nachdem es in der EU wegen Exportsubventionen jahrzehntelang zu einer Überproduktion gekommen war.

Preisdruck ist hoch

Österreichs Rübenbauern haben zuletzt vor einem Überangebot an Weißzucker von zwei bis drei Millionen Tonnen gewarnt. Das bringe einen großen Preisdruck wegen eines tieferen Rübenpreises. Der Chef des heimischen Zuckerkonzerns Agrana, Johann Marihart, sieht die Situation hingegen weniger aufgeregt. Er geht davon aus, dass sich der Markt wie bei Milch einpendeln werde.

Die EU-Kommission rechnet nach dem Quotenaus mit einem Produktionszuwachs von einem Fünftel. Verschiedene internationale Fachleute gingen zuletzt davon aus, dass die Zucker-Produktion auf 16 bis 19 Millionen Tonnen pro Saison anwachsen wird.

Hauptzuckerländer sind Deutschland und Frankreich

Die gesamte Rübenanbaufläche in der EU stieg heuer bereits um 16 Prozent von 1,39 Millionen Hektar auf 1,63 Millionen Hektar. Haupt-Zuckerländer sind Frankreich und Deutschland. Beide Staaten gemeinsam sorgen für knapp die Hälfte der Zuckerproduktion in der EU.

apa/dpa

stol