<BR />Konkret gaben in der AFI-Umfrage vier von zehn Beschäftigten – also fast jeder Zweite – an, sich durch Zeitdruck stark oder eher stark belastet zu fühlen. Damit erweist sich fehlende Zeit klar als größter Stressfaktor am Arbeitsplatz. Nur rund ein Drittel der Befragten sieht darin kein Problem.<h3> Bauwirtschaft besonders betroffen</h3>„Zeitdruck ist aber ein ernstes Risiko für Gesundheit und Sicherheit“, warnt AFI-Präsident Stefano Mellarini. Gerade in Branchen mit hoher körperlicher Belastung könne dies gravierende Folgen haben.<BR /><BR />Ein Beispiel ist die Bauwirtschaft. Dort ist die Belastung der Umfrage zufolge besonders hoch. „Gerade in diesem Sektor steigt bei hohem Zeitdruck nachweislich das Risiko schwerer Arbeitsunfälle“, betont AFI-Direktor Stefan Perini.<BR /><BR />Überdurchschnittlich betroffen ist zudem die Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren – jene Phase, die oft als „Rush-Hour des Lebens“ bezeichnet wird, in der berufliche Anforderungen häufig mit privaten Verpflichtungen wie Familiengründung, Hausbau oder Karriereaufstieg zusammenfallen.<BR /><BR />Neben dem Zeitdruck empfinden viele Beschäftigte auch die ständigen technisch-organisatorischen Veränderungen als Belastung. Rund ein Drittel der Befragten fühlt sich dadurch gestresst. Klassische Belastungsfaktoren wie Lärm, schlechte Luft oder Schmutz spielen dagegen eine vergleichsweise kleine Rolle. <h3> Insgesamt aber positives Bild</h3>Dennoch bewerten die Südtiroler Arbeitnehmer ihre Arbeitssituation insgesamt überwiegend positiv. Das AFI spricht von einem „erfreulichen Bild, insbesondere bei den kollektiven Rahmenbedingungen“. Das Image des eigenen Arbeitgebers, die gesellschaftliche Stellung der Beschäftigten sowie der Führungsstil der Vorgesetzten werden mehrheitlich positiv eingeschätzt.<BR /><BR />Weniger zufrieden zeigen sich die Beschäftigten hingegen bei Themen, die ihre persönliche Zukunft betreffen. Weiterbildungsmöglichkeiten, Karrierechancen und insbesondere die Entlohnung erhalten deutlich schwächere Bewertungen und trüben das insgesamt positive Bild.<BR /><BR />Auffällig zurückhaltend äußern sich laut AFI vor allem Beschäftigte in der Landwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe. Auch junge Arbeitnehmer unter 30 Jahren bewerten ihre Perspektiven kritischer als andere Altersgruppen.<h3> „Es besteht Handlungsbedarf“</h3>Das Fazit des AFI: Die Ergebnisse seien zwar ermutigend, es bestehe jedoch klarer Handlungsbedarf – vor allem im Hinblick auf den Zeitdruck. „Gleichzeitig müssen Entlohnung und Entwicklungschancen verbessert werden, um langfristig nachhaltige und qualitativ hochwertige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten“, unterstreicht AFI-Präsident Mellarini.