Grund für die Beeinträchtigungen ist der Abriss und Neubau der rund<BR />140 Jahre alten Eisenbahnüberführung „Ponte al Pino“ in Florenz. Dafür ist der Zugverkehr auf mehreren Strecken im Bahnknoten zeitweise eingestellt. Nach Angaben des Infrastrukturbetreibers RFI wird das Zugangebot in Florenz während der Bauarbeiten um rund 50 Prozent reduziert.<BR /><BR />Fernzüge zwischen Rom und Mailand beziehungsweise Turin werden über die tyrrhenische Küstenstrecke umgeleitet. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten um bis zu zweieinhalb Stunden. Ein Teil der Verbindungen wird durch Busse zwischen den Bahnhöfen Firenze Santa Maria Novella und Firenze Campo di Marte ergänzt.<BR /><BR />Besonders betroffen sind Reisende auf der Nord-Süd-Achse. Für die Strecke von Neapel nach Mailand müssen Fahrgäste derzeit je nach Verbindung bis zu zehn Stunden einplanen - normalerweise dauert die Fahrt weniger als fünf Stunden. Auch zwischen Rom und Mailand verlängern sich die Reisezeiten auf acht bis neun Stunden. Auf der Verbindung Florenz-Turin sind statt gut drei Stunden teils mehr als sieben Stunden mit mehreren Umstiegen erforderlich.<BR /><BR />Infrastrukturminister Matteo Salvini verteidigte die Einschränkungen. <BR />Die Bauarbeiten bedeuteten zwar einige Tage Unannehmlichkeiten, seien aber notwendig, um die Sicherheit zu erhöhen und die Hochgeschwindigkeitsstrecken für die kommenden Jahrzehnte moderner, zuverlässiger und leistungsfähiger zu machen. Auch der Präsident der Region Eugenio Giani bezeichnete den Austausch der historischen Brücke als unverzichtbare Sicherheitsmaßnahme.<BR /><BR />Erschwert wurde die Lage gestern wegen eines Defekts an der Oberleitung, der Montag den Bahnverkehr am Mailänder Hauptbahnhof erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben der italienischen Bahn kam es zu Verspätungen und Umleitungen, ehe der Zugverkehr schrittweise wieder aufgenommen werden konnte.<BR /><BR />Nach ersten Erkenntnissen löste ein Regionalzug von Trenord aus Como kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof eine Stromunterbrechung aus. Nach Angaben italienischer Medien untersuchen Techniker, ob die wegen der hohen Temperaturen belastete Oberleitung den Stromabnehmer des Zuges beschädigte oder umgekehrt ein Defekt am Stromabnehmer die Störung verursachte. Mitarbeiter des Infrastrukturbetreibers reparierten den Schaden innerhalb von rund 30 Minuten. <BR /><BR />Zusätzliche Einschränkungen gab es auf der Strecke zwischen Varese und Gallarate, wo ebenfalls Verspätungen gemeldet wurden. Der Vorfall verschärfte die bereits angespannte Lage im italienischen Bahnverkehr. Wegen umfangreicher Bauarbeiten am Bahnknoten Florenz kommt es derzeit landesweit zu Fahrplanänderungen, Zugausfällen und deutlich längeren Reisezeiten.