Donnerstag, 14. September 2017

Zukunftspläne für den Zug: Im Halbstundentakt durchs Land

Was am Montag in Brixen, so am Mittwoch in Bruneck: Die Landesspitze macht reichlich Werbung fürs Bahnfahren und die großen Projekte wie Riggertalschleife und die Mobilitätszentren, um das Zugfahren den Pendlern und Reisenden noch mehr schmackhaft zu machen. Auch in Bruneck wird gebaut.

Zum Umsteigen auf die Bahn luden Dejaco, Ausserdorfer, LH Kompatscher, LR Mussner und Burger ein. - Foto: LPA/Roman Clara)
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Zum Umsteigen auf die Bahn luden Dejaco, Ausserdorfer, LH Kompatscher, LR Mussner und Burger ein. - Foto: LPA/Roman Clara)

Schneller, günstiger, verlässlicher: Um dafür zu werben, einfach vom Privatwagen auf die Bahn umzusteigen und damit Zeit und Geld zu sparen, touren Landeshauptmann Arno Kompatscher und Mobilitätslandesrat Florian Mussner durch Südtirol. Die Infosveranstaltung in Bruneck stand unter demselben Tenor, wie jene am Montag in Brixen (STOL hat berichtet).

So viel Verkehr wie möglich, müsse laut Landeshauptmann auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagert werden und hier komme der Bahn mit attraktivem Fahrplan, zusätzlichen Haltestellen und kürzeren Fahrzeiten eine Schlüsselrolle zu. 

Im Halbstundentakt

Wir wollen in ganz Südtirol für die Bahnfahrgäste einen Halbstundentakt anbieten und einen Viertelstundentakt in Stoßzeiten auf den Hauptstrecken – ausgehend von diesen Fahrplänen müssen wir die Infrastruktur anpassen – es braucht dazu die großen Mobilitätsprojekte wie die Elektrifizierung der Vinschger Bahn, den Virgltunnel in Bozen, den Ausbau der Bahnlinie Meran-Bozen oder fürs Pustertal die Riggertalschleife und das Mobilitätszentrum Bruneck", erklärte der Landeshauptmann. 

Mobilitätszentrum Bruneck: Was ist das?

Die wichtigsten großen Projekte für den Raum Pustertal stellte STA-Präsident Martin Ausserdorfer vor. "Über die Riggertalschleife wird das Pustertal direkt an Brixen und Bozen angebunden und damit wird das gesamte Tal mobilitätstechnisch aufgewertet - in den kommenden Jahren wird in Bruneck ein Mobilitätszentrum nach modernsten Standards als strategischer Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr in Bruneck und im Pustertal entstehen", erklärte Ausserdorfer.

Dafür soll das gesamte Areal angrenzend an das Bahnhofsgebäude in Bruneck übersichtlich strukturiert und so Hauptverkehrsknotenpunkt des Pustertales werden. Es liegt im Fadenkreuz von insgesamt 16 Buslinien (drei Citybus-Linien, neun Überland-Linien, vier Nightliner-Linien). Vorgesehen ist eine 22.000 Quadratmeter umfassendes Mobilitätsschnittstelle nach neuem europäischen Standard mit bequemen Umsteigemöglichkeiten ohne Unterführung und Wartezeiten.

Für den strategischen Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr sind auch Busterminals mit zehn Haltebuchten vorgesehen. Zudem sind Parkplätze, Grünflächen, Radstellplätze, und Car-Sharing-Punkte vorgesehen. Nicht nur das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude wird saniert, sondern auch die Zufahrten werden verbessert. Pkws sollen künftig durch die bestehende Unterführung ausgehend vom Stegener Marktplatz fahren, um die Marconi-Straße zu entlasten. Die heutige Straße durch Stegener Marktplatz wird an den stadtseitig gelegenen Hang verlegt, was den Platz aufwertet.
Neu errichtet werden ein Kreisverkehr bei der Pfalzener Straße mit Brücke über Ahr und Rienz. Dadurch sollen die Verkehrsflüsse optimal geregelt und vor allem auch ein sicheres Ein- und Ausfahren von und zum Mobilitätszentrum Bruneck gewährleistet.

Auch in Ehrenburg soll es laut Ausserdorfer mit einer Bahnunterführung in die Industrie- und Handwerkerzone eine weitere Verbesserung für die Fahrgäste geben.

400 Züge durch Pustertal

Kompatscher ging auch auf die Bedeutung des Brennerbasistunnel für die Erreichbarkeit des Pustertals ein, durch den 2026 rund 400 Güter- und Personenzüge fahren sollen und der somit auch für die Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige und schnelle Anbindung über die Landesgrenzen hinaus darstelle.

stol/lpa/ker

stol