Dienstag, 07. März 2017

Zulaufstrecke zum BBT verzögert sich um mehrere Jahre

Schlechte Nachrichten für das Milliardenprojekt Brenner-Basistunnel: Der Bürgerdialog zur Planung der Bahn-Zulaufstrecke in der deutschen Region Rosenheim wird neu aufgerollt und zu einer deutlichen Verzögerung beim Baubeginn führen.

Auf Südtiroler Seite wird schon seit Jahren am BBT gebaut. In Deutschland verzögert sich der Baubeginn der Zulaufstrecken um mehrere Jahre.
Badge Local
Auf Südtiroler Seite wird schon seit Jahren am BBT gebaut. In Deutschland verzögert sich der Baubeginn der Zulaufstrecken um mehrere Jahre.

Dies hat der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag vor betroffenen Bürgern angekündigt.

Zuvor hatten etwa 1.500 Menschen in Rosenheim gegen den viergleisigen Ausbau der Zulaufstrecke durchs Inntal protestiert (STOL hat berichtet). Auf Transparenten war unter anderem „Hände weg von unserer Heimat!“ zu lesen. Die Demonstranten – nach Angaben der Veranstalter 1800, laut Polizei 1200 – waren mit Blasmusik und begleitet von drei Dutzend Traktoren durch die Stadt gezogen.

Mit seiner Ankündigung reagierte Dobrindt auf zunehmenden Widerstand in der oberbayerischen Region gegen oberirdische Trassen für mögliche neue Gleise. Auch die Aufteilung des Bürgerdialogs auf zwei Regionen wurde kritisiert. Auf Ablehnung stößt zudem die Verknüpfung des künftigen Ostkorridors, der sogenannten TEN-Achse von Hamburg über Leipzig und Regensburg zu den Adria-Häfen, mit dem Brennerzulauf.

Baubeginn in 20 Jahren

„Die Anliegen der Region sind auch unsere Anliegen“, sagte Dobrindt am Abend vor Journalisten. Der Neustart beim Bürgerdialog werde dazu führen, dass mit dem Baubeginn neuer Zulaufstrecken erst in etwa 20 Jahren und damit deutlich nach der Eröffnung des Brenner-Basistunnels zu rechnen sei. Aktuellen Berechnungen zufolge soll der BBT 2026 in Betrieb genommen werden.

apa/dpa/lby

stol