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Artikel vom Freitag, 24. August 2018

Salzburger Festspiele: „Hommage an Christa Ludwig“

Die Kammersängerin, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, plauderte auf der Bühne im “Haus für Mozart” mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Zahlreiche Künstler wie Christiane Karg, Neven Crnić, Freddie De Tommaso, die Wiener Philharmoniker und Teilnehmer der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker untermalten diesen Nachmittag musikalisch. Bürgermeister Harald Preuner überreichte das Stadtsiegel in Gold an Christa Ludwig.

Die Kammersängerin Christa Ludwig, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, plauderte auf der Bühne im “Haus für Mozart” mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. - Foto: Karl Pichler

Die Kammersängerin Christa Ludwig, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, plauderte auf der Bühne im “Haus für Mozart” mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. - Foto: Karl Pichler

Mit den Salzburger Festspielen hat Christa Ludwig seit ihrem Debüt eine besondere Verbindung: Im Jahr 1955, mit gerade einmal 27 Jahren, verzauberte die Mezzosopranistin sowohl Publikum als auch Kritiker. Und sie gab in einem Sommer zwei Debuts – als Zweite Dame in Mozarts DieZauberflöte unter dem Dirigat von Georg Solti und als Komponist in Strauss‘ Ariadne auf Naxos unter Karl Böhm.

Maßstabsetzende Persönlichkeit

In den darauffolgenden Jahren festigte Christa Ludwig ihren Ruf als die maßstabsetzende Persönlichkeit im Mozart- und Richard-Strauss-Fach. Sie war Cherubino in Le Nozze di Figaro, Dorabella in Così fan tutte, Octavian im Rosenkavalier und Ariadne in Ariadne auf Naxos. 1969 stand sie erstmals als Marschallin im Rosenkavalier auf der Bühne des Großen Festspielhauses und die Kritiken waren hymnisch.

Die großen Dirigentenpersönlichkeiten waren in Salzburg ihre Mentoren und ihre künstlerischen Weggefährten. Sie musizierte mit Herbert von Karajan, Karl Böhm und Leonard Bernstein. Alle drei haben Christa Ludwig geliebt, verehrt und auf Dirigentenhänden getragen. „She is simply the best, and the best of all possible human beings“, sprach Leonard Bernstein Millionen von Musikliebhabern auf der ganzen Welt aus dem Herzen. Und Herbert von Karajan, schrieb: „Sie sind die einzige, die den Wandel von einer österreichischen Sängerin zu einer mit überall geltendem Weltformat geschafft hat.“

166 Auftritte bei den Salzburger Festspielen

Beeindruckende 166 Mal – 126 Opernvorstellungen, 21 Liederabende, 18 Orchesterkonzerte und eine Matinee – trat Christa Ludwig bei den Salzburger Festspielen auf, um 1993 mit einem letzten Liederabend Abschied von der Festspielbühne zu nehmen.

Doch jeder Abschied ist ein neuer Anfang, denn die Kammersängerin gibt seitdem regelmäßig Meisterklassen im Rahmen des „Young Singers Project“ der Salzburger Festspiele. Auch heuer wieder fand zur Freude des Salzburger Festspielpublikums am Samstag, den 21. Juli eine öffentliche Masterklasse in der Aula statt.

Besonderes Lob fand Kammersängerin Ludwig für die beiden Teilnehmer des Young Singers Project 2018 – Tenor Freddie De Tommaso und Bariton Neven Crnić: „Da müssen sich manche fürchten, die jetzt auf den Bühnen sind, vor diesen schönen Stimmen.“

C. F. Pichler aus Salzburg