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Artikel vom Mittwoch, 12. September 2018

Bestimmte Frauen duften für Männernasen unwiderstehlich

Während ihrer fruchtbaren Tage duften Frauen für Männernasen besonders angenehm. Einige riechen dabei besonders verführerisch, wie Berner Forscher berichteten. Verantwortlich dafür sind weibliche Sexualhormone.

Eine Studie hat ergeben: Je höher der Östrogenspiegel und je niedriger der Progesteronspiegel der Frau, desto attraktiver fanden die Männer ihren Körpergeruch.

Eine Studie hat ergeben: Je höher der Östrogenspiegel und je niedriger der Progesteronspiegel der Frau, desto attraktiver fanden die Männer ihren Körpergeruch. - Foto: shutterstock

Der Monatszyklus steuert den Körpergeruch von Frauen, und am attraktivsten duften sie für Männernasen während der fruchtbarsten Tage. Aber es gibt auch individuelle Unterschiede. Tatsächlich duften bestimmte Frauen für Männernasen universell besonders anziehend, wie die Universität Bern am Dienstag mitteilte. Forscher um Daria Knoch von der Uni Bern und Kollegen vom Inselspital Bern und von der Universität Konstanz berichten davon im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“.

Probandinnen mussten strenge Regeln beachten

An ihrer Studie nahmen 28 Frauen und 57 Männer teil. Die Teilnehmerinnen mussten dabei strengen Regeln folgen, um andere Einflüsse auf den Körpergeruch zu minimieren: Sie durften nicht die Pille nehmen und während des Zeitraums der Dufterhebung nicht ihr Bett mit jemandem teilen. Außerdem mussten sie auf scharfe Speisen und Alkohol verzichten sowie neutrale Duschmittel benutzen. Während ihrer fruchtbarsten Zyklustage klebten sich die Frauen nachts Baumwoll-Pads in die Achselhöhlen. Parallel dazu bestimmten die Forscher über Speichelproben ihre Hormonspiegel. Später schnupperten die Männer an den Baumwoll-Pads und verteilten null bis 100 Punkte, je nachdem, wie attraktiv sie den Geruch fanden.

Je höher der Östrogenspiegel und je niedriger der Progesteronspiegel, desto attraktiver

Tatsächlich stimmten die Probanden recht gut darin überein, wie attraktiv sie die Gerüche der Frauen fanden, wie die Wissenschafter schrieben. Dabei bewerteten sie den Duft jener Damen als am anziehendsten, die bestimmte Level an Sexualhormonen aufwiesen. Je höher der Östrogenspiegel und je niedriger der Progesteronspiegel der Frau, desto attraktiver fanden die Männer ihren Körpergeruch.

Aus evolutionsbiologischer Sicht macht das laut Daria Knoch durchaus Sinn: Diese Sexualhormonspiegel weisen nämlich während der fruchtbarsten Tage des weiblichen Zyklus auf besonders hohe Chancen auf Empfängnis hin. Laut der Evolutionstheorie suchen Männer nach Partnerinnen, mit denen sie sich möglichst erfolgreich fortpflanzen können. So ist auch aus früheren Studien bekannt, dass Männer Gesicht und Körper von Frauen mit entsprechenden Sexualhormonspiegeln äußerlich am attraktivsten finden.

Stresshormon hat keinen Einfluss auf Attraktivität des Geruchs

Andere Ursachen für die individuellen Duftunterschiede konnten die Forschenden größtenteils ausschließen. So schien zum Beispiel das Stresshormon Cortisol im Rahmen dieser Studie keinen Einfluss auf die Attraktivität des Körpergeruchs zu haben. Über Blutproben untersuchten die Wissenschafter zudem, ob bestimmte Aspekte des Immunsystems der Probandinnen und Probanden eine Rolle spielten. „Einige Studien postulieren nämlich, dass die Wahl eines Partners oder einer Partnerin auf möglichst unterschiedlichen Immunsystemen von Mann und Frau gründet, damit der Nachwuchs ein möglichst gutes Abwehrsystem gegen Erreger in die Wiege gelegt bekommt“, erklärte Studienautor Janek Lobmaier.

Jedoch hatte die Ähnlichkeit des Immunsystems zwischen Proband und Probandin für die Geruchsbewertung laut der Studie ebenfalls keinen Effekt.
Die Auswirkung der Antibaby-Pille auf die Attraktivität des Körpergeruchs wurde nicht untersucht. „Es ist aber zu vermuten, dass die hormonelle Verhütung den körpereigenen Geruch verfälschen kann“, sagte Knoch.

Umgekehrte Studie steht noch aus

Welchen Einfluss männliche Hormone auf den Körpergeruch von Männern und dessen Attraktivität für Frauen haben, wurde nicht untersucht. Aber auch bei Männern wirken laut früherer Studien bestimmte äußerliche Merkmale auf Frauen besonders anziehend, die mit einem hohen Testosteronspiegel zusammenhängen. Zu viel ist dabei jedoch auch nicht gut: Übersteigerte dominant-maskuline Merkmale wirken auf Frauen eher aggressiv und daher weniger attraktiv.

dpa