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Artikel vom Montag, 15. April 2019

„800.000 Migranten sind zur Reise nach Italien bereit“

Der libysche Ministerpräsident Fayez al-Sarraj, dessen Regierung von den Vereinten Nationen unterstützt wird, warnt vor einer Migranteninvasion in Richtung Europa. Die Verschlechterung der Lage in Libyen könnte bis zu 800.000 Migranten und Libyer „zur Invasion von Italien und Europa bewegen“, so Sarraj im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Onlineausgabe von Montag).

Libyens Ministerpräsident Fayez al-Sarraj (rechts) mit seinem italienischen Amtskollegen Giuseppe Conte bei dessen Besuch in Tripolis im Dezember.

Libyens Ministerpräsident Fayez al-Sarraj (rechts) mit seinem italienischen Amtskollegen Giuseppe Conte bei dessen Besuch in Tripolis im Dezember. - Foto: APA/ANSA

Unter den Migranten in Richtung Europa könnten sich Kriminelle und vor allem IS-Terroristen mischen. Der libysche Ministerpräsident rief den Westen zu Friedensinitiativen auf. Dabei dankte er Italien für seine Vermittlungsrolle. Er äußerte die Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft so rasch wie möglich zum Schutz der Zivilisten eingreife.

„Ein wahrer Krieg ist gegen uns im Gange. Ein Krieg, der uns auferzwungen worden ist. Wir sind eine friedliche Bevölkerung. Unsere Streitkräfte und unsere Bevölkerung verteidigen sich. Unsere Kämpfer sind im Einsatz. Wir werden unsere Städte verteidigen. Der Krieg ist noch offen und die Kämpfe halten an“, so Sarraj.

Sarraj beschuldigte seinen Gegner, General Khalifa Haftar, zivile Strukturen, wie Straßen, Schulen, Häuser, den Flughafen und Krankenhäuser anzugreifen. „General Haftar behauptet, er attackiert Terroristen, doch hier gibt es nur Zivilisten. Am Sonntag hätte Libyens nationale Konferenz beginnen sollen, doch Haftar hat das Treffen verhindert“, so Sarraj.

apa