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Artikel vom Dienstag, 23. April 2019

Amal Clooney fordert Strafgericht zu sexueller Gewalt in Konflikten

Menschenrechtsanwältin Amal Clooney (41) hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, sexuellen Missbrauch in Konflikten mit Hilfe eines internationalen Strafgerichts aufzuarbeiten. „Dies ist Ihr Nürnberg-Moment“, sagte Clooney im UNO-Sicherheitsrat am Dienstag. Sie spielte dabei auf die Nürnberger Prozesse gegen führende Nationalsozialisten nach Ende des Zweiten Weltkriegs an.

Menschenrechtsanwältin Amal Clooney. - Foto: AP

Menschenrechtsanwältin Amal Clooney. - Foto: AP

Die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verübten Verbrechen gegen Frauen und Mädchen seien „mit nichts vergleichbar, was wir in der Neuzeit erlebt haben“, sagte Clooney.

Auch Generalsekretär António Guterres sowie die 2 Friedensnobelpreisträger von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad, nahmen an der Debatte in New York teil. „Wir kommen zu den UN, geben Erklärungen ab, aber es werden keine konkreten Maßnahmen unternommen“, beklagte Murad.

Strafgericht auf Grundlage eines internationalen Abkommens

Clooney rief die Länder dazu auf, das neue Strafgericht auf Grundlage eines internationalen Abkommens etwa in Den Haag zu gründen. Ein Verweis an den dort sitzenden Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) sei unwahrscheinlich, weil die USA und Russland dieses „für tot“ und als gescheitertes „Experiment“ betrachteten.

Der Rat habe aber auch die Möglichkeit, wie zur Aufarbeitung der Genozide in Ruanda und Bosnien ein eigenes UNO-Tribunal einzurichten.

apa/dpa