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Artikel vom Donnerstag, 9. Mai 2019

Mila verzeichnet Umsatzrekord

Die Bergmilch Südtirol-Mila kann auf ein sehr gutes Geschäftsjahr 2018 zurückblicken - mit neuem Umsatzrekord. Mit einem ambitionierten Investitionsprogramm will die Bergmilch weiter Wachstum und Qualität für die nächsten Jahre sichern.

Bergmilch Mila blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. - Foto: Facebook

Bergmilch Mila blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. - Foto: Facebook

Mit 198,5 Millionen Kilogramm (+1,18 Prozent) konnte die Anlieferungsmenge weiter stabil gehalten werden.

Gleichzeitig hat die Bergmilch 2018 so viel Rohmilch wie nie zuvor in hochwertige Produkte veredelt: Insgesamt konnten 175 Millionen Kilogramm, also knapp 90 Prozent der Rohmilch der Veredelung zugeführt werden. „Ein historischer Höchststand in der Veredelungsquote, auf den wir stolz sind“, sagte Obmann Joachim Reinalter am Mittwoch bei der Vollversammlung am Sitz der Bergmilch.

Das Ziel, die Veredelung zu steigern und die überschüssige Milch weiter zu verringern, sei damit klar erreicht worden. Nur noch rund 5 Prozent der Milchmenge musste als reine Versandmilch vermarktet werden – auch das ein historischer Rekord für die Bergmilch. Die restliche Milch wurde den anderen Südtiroler Milchhöfen, die eine Unterdeckung haben sowie der Tochterfirma Stella Bianca geliefert. 

Mehr Joghurt- und Käse, Frischmilch im Aufwind 

Weiter positiv entwickelt haben sich die Absatzmengen der verschiedenen Produktgruppen. Noch nie in der Geschichte der Genossenschaft wurden so viel Joghurt (61,7 Millionen Kilogramm) und Schnittkäse (4,3 Millionen Kilogramm) produziert wie 2018.

Die Produktion von Frischkäse stieg um 17 Prozent, Butter und Mascarpone blieben stabil. Nach einem jahrelangen Rückgang des Frischmilchkonsums konnte der Absatz von Frischmilch wieder etwas gesteigert werden, und zwar um knapp 1 Prozent auf 13,5 Millionen Kg.

Dazu beigetragen habe auch die Einführung der Heumilch im Jahr 2017. „Ein Produkt, das für Südtirol als Berggebiet prädestiniert ist und mit dem sich eine höhere Wertschöpfung erzielen lässt“, sagte Geschäftsführer Robert Zampieri. Für die Heumilch erhalten die Bauern einen entsprechenden finanziellen Zuschlag. 

Höherer Milchauszahlungspreis 

Insgesamt setzte die Bergmilch Südtirol-Mila im Geschäftsjahr 2018 Produkte im Umfang von 120,6 Millionen Kilogramm (+2,2 Prozent) ab und erzielte mit 223,5 Mio. Euro (+3,2 Prozent) einen neuen Nettoumsatzrekord. Der durchschnittliche Auszahlungspreis an die 2500 Milchlieferanten konnte um einen knappen halben Cent/kg auf 0,544 Euro/kg inkl. Mwst. leicht gesteigert werden.

Mit 21 Millionen Euro (+ 9,7 Prozent) erzielte auch der lombardische Milchverarbeitungsbetrieb und Frischkäse-Spezialist „Stella Bianca“, der eine 100-prozentige Bergmilch-Tochter ist, eine beachtliche Steigerung des Nettoumsatzerlöses. 

50 Millionen Euro für Werkserneuerung

Mit der steigenden Veredelungsquote und dem wachsenden Absatz ist die Bergmilch 2018 teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Um für die Zukunft strategisch gut aufgestellt zu bleiben und das Wachstum auch für die nächsten Jahre zu sichern, wurde im Geschäftsjahr die Erweiterung und Modernisierung der Werke in Bozen und Bruneck fortgeführt.

Insgesamt werden rund 50 Millionen Euro in die Werkserneuerung bzw. -erweiterung fließen. Im Werk Bruneck entsteht bis zum Herbst eines der hochmodernsten Käsereifelager, ohne das der wachsende Käseabsatz vor allem am deutschen Markt kaum mehr möglich wäre. In Bozen werden in erster Linie die Joghurtproduktion und der Logistikbereich sowie weitere Produktionsbereiche um eine Kubatur von 23.000 Kubikmeter erweitert.

„Wir wollen nicht nur einen guten Milchpreis erwirtschaften, sondern vor allem einen modernen, gesunden und zukunftsorientierten Betrieb für unsere Mitglieder und deren Nachkommen garantieren“ sagte Geschäftsführer Robert Zampieri. 

Drohender Fachkräftemangel 

Ein zentraler Faktor für den Erfolg der Bergmilch-Mila sind die Mitarbeiter. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 450 Beschäftigte. Zampieri verwies in diesem Zusammenhang bei der Vollversammlung auf den auch in Südtirol steigenden Fachkräftemangel, der sich auch im Molkereiwesen niederschlage.

Es rücken derzeit weniger Fachkräfte nach, als in Rente gehen. „Wir brauchen vor allem stark spezialisierte Fachleute, da ein Milchbetrieb heute nach äußerst sensiblen und komplizierten Abläufen funktioniert“, meinte Zampieri. Eine eigene Fachkräfteausbildung in Südtirol wäre daher wünschenswert. Ein Anliegen, das die Bergmilch Südtirol-Mila auch bei Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer bereits „deponiert“ hat. 

Gremien neu gewählt 

Bei der Vollversammlung wurden der Verwaltungs- und Aufsichtsrat neu bestellt. Die entsprechenden Mitglieder wurden bereits im Rahmen der Teilversammlungen in den Bezirken gewählt. Obmann Joachim Reinalter und Obmannstellvertreter Alfred Pobitzer wurden in ihren Ämtern ebenso bestätigt wie die Verwaltungsräte Josef Pichler, Franz Josef Nussbaumer, Paul Stolzlechner, Martin Feichter, Jakob Gartner, Michael Treyer, Klaus Rabensteiner und Siglinde Pircher.

Neu im Verwaltungsrat sind Martin Deval, Peter Pörnbacher, Dietmar Zelger und Herbert Schütz. Nicht mehr der Wahl gestellt hatten sich Josef Paul Videsott, Anton Zingerle, Albert Mittermair und Karl Renner. Obmann Reinalter dankte ihnen für ihren langjährigen Einsatz im Verwaltungsrat.

Im Aufsichtsrat wurden Präsident Richard Moser und die Aufsichtsräte Josef Auer und Michael Palla bestätigt. 

stol