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Artikel vom Mittwoch, 12. Juni 2019

Mehr Todesfälle durch „Politik der geschlossenen Häfen”

Die italienische Regierung hat vor einem Jahr die Schließung der Häfen für Rettungsschiffe von NGOs beschlossen. Hilfsorganisationen warnen nun, dass es dadurch mehr Todesfälle im Mittelmeer gebe. Im vergangenen Jahr seien mindestens 1.151 Asylsuchende in der Region ertrunken, hieß es in einer Aussendung von „Ärzte ohne Grenzen” (MSF) vom Mittwoch.

In ihrer Verzweiflung riskieren Flüchtlinge ihr Leben. - Foto: APA (AFP/SOS MEDITERRANEE)

In ihrer Verzweiflung riskieren Flüchtlinge ihr Leben. - Foto: APA (AFP/SOS MEDITERRANEE)

Es seien zudem in diesem Zeit mehr als 10.000 Menschen auf See abgefangen und „unter Zwang nach Libyen gebracht” worden, „wo sie in Gefahr sind”, verwies die Organisation auf die Kämpfe und instabilen Zustände in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland. „Ärzte ohne Grenzen” kritisierte in diesem Zusammenhang gemeinsam mit der Seenotrettungsorganisation „SOS Mediterranee” die „rücksichtslose europäische Abschottungspolitik”.

Die Hilfsorganisationen betonten, dass durch das Fehlen ziviler Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer nicht etwa weniger Menschen die gefährliche Flucht über die See wagten, wie es Politiker häufig behaupteten. „Der einzige Unterschied: Das Risiko, bei der Flucht zu sterben, ist jetzt fast viermal höher als im vergangenen Jahr, so die Zahlen der Internationalen Organisation für Migration”, heißt es in der Aussendung.

Mitte Juni 2018 hatten Italien und Malta dem von „Ärzte ohne Grenzen” und „SOS Mediterranee” gemeinsam betriebenen Rettungsschiff „Aquarius” mit 629 Geretteten die Landung verwehrt. Schließlich ließ Spanien die Migranten von Bord gehen und das Schiff durfte nach mehrtägigem politischem Streit und einer schwierigen Reise den Hafen von Valencia anlaufen. Die Mission der „Aquarius” wurde im Dezember 2018 offiziell beendet. Auch andere NGOs gaben im vergangenen Jahr aufgrund der Blockade der italienischen Häfen die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer auf.

apa

Andreas Pircher, Lana

Ma wos do wieder steat. Des glabb koan Mensch. Wie sollen die Ofer mer werdn, wenn die Grenzn zua sein? Des sein olz lei liagn, weil dei weiter im gschäft bleibm welln.

13.06.2019 17:37 Uhr

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Stefan Laner, Mühlwald

Hallo Herr Perathoner, ja, ich bin ganz ihrer Meinung, die Medien sollten qualitativ für uns die Sachen aufarbeiten. Aber das ist anscheinend nicht möglich, weil erstens die Redakteure sich in den Themengebieten selber kaum auskennen, weil es sind ja keine Korrespondenten, und zweitens erkennen wir schlecht, wer uns diese Nachrichten unterjubelt. Medien und Print sind eine teure Struktur, und nur wer ordentlich zahlt liest später einen schönen Artikel über oder von einem. Ausserdem haben wir häufig ein unterschiedliches Verständniss von Texten, auch wenn wir dieselbe Sprache sprechen, und manche Artikel sind so geschrieben, dass sie von Mehreren Gruppen unterschiedlich verstanden werden können. Das ist eine Wissenschaft für sich.

13.06.2019 16:19 Uhr

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Monika Thum, München

Die Hilfsorganisationen fördern die Todesfälle und sie nennen falsche Zahlen. Die Migranten sterben schon vor Libyen. Das kann nun nichts mit den geschlossenen Häfen zu tun haben.

13.06.2019 12:39 Uhr

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christian perathoner, st. christina

herr laner, dann muß die überschrift "prozentuell mehr todesfälle " heißen. objektiver journalismus teilt die gesamten daten mit. die leser sind dann schon mündig genug, um sich selber eine meinung zu bilden. wenn jemand nur daten verdreht und halbwahrheiten sagt, dann verliert dieser journalismus nur an glaubwürdigkeit. außerdem stammt der artikel ja nicht von einem journalisten , sondern ist eine mitteilung der msf. die presse ( auch internetpresse) müßte halt noch journalistische arbeit machen und nicht nur presseaussendungen drucken.

12.06.2019 16:09 Uhr

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Stefan Laner, Mühlwald

Lieber Herr Perathoner, Ihre Zahlen sind schon korrekt. Wenn Sie jetzt noch diese Zahlen mit ein paar anderen kombinieren, z.B. den Ankunftszahlen, dann verstehen Sie sicher auch, wieso die Zahl der im Mittelmeer gestorbenen oder vermissten Personen prozentuell höher ist, als früher. 2016 kamen 1.000.000 Menschen an, dabei starben (+ Vermisste) allein im Mittelmeer ca. 3770 Menschen, = 0,377 %, 2018 kamen 140.000 Menschen an, dabei starben (+Vermisste) nur im Mittelmeer ca. 2770 Menschen = 1,978 %. Wenn wir dann noch verstehen, wieso damals 2016 so viele Menschen plötzlich zu uns gekommen sind, nämlich weil wir den Flüchtlingslagern damals die Hälfte der Gelder gestrichen haben und durch den Krieg und den Terror von einem Tag aus den anderen Millionen Menschen obdachlos wurden durch die Waffen, die wir nach Afrika verkaufen und unsere Kriege (v.A Amerikas Kriege und Saudi Arabiens Einfuss) die wir dort führen, und dem ganzen Müll, den wir da hin verschiffen..., dann sollte unsere Vernunft alarm schlagen, und wir sollten unschuldigen Menschen helfen, so wie wir es in so einer Situation auch für uns hoffen würden.

12.06.2019 15:18 Uhr

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christian perathoner, st. christina

laut zeit-online sind im jahr 2017 im mittelmeer 3.116 menschen gestorben und laut proasyl.de im jahr 2016 5.022 und im jahr 2015 3.771. was stimmt dann an so einem artikel und an dieser überschrift?

12.06.2019 13:59 Uhr

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6 Kommentare