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Artikel vom Freitag, 19. Juli 2019

Südtirols Privatwirtschaft: Mehr Frauen, weniger Lohn

Die Frauenquote in der Südtiroler Privatwirtschaft steigt, die Durchschnittsentlohnung sinkt hingegen. Das Landesinstitut für Statistik Astat hat eine Studie zur Entwicklung der Arbeitnehmer und der Entlohnungen in der Privatwirtschaft von 2012-2017 erstellt.

Nur 2 Altersklassen können sich in Südtirols Privatwirtschaft über mehr Lohn in der Brieftasche freuen.

Nur 2 Altersklassen können sich in Südtirols Privatwirtschaft über mehr Lohn in der Brieftasche freuen. - Foto: shutterstock

Die Südtiroler Privatwirtschaft zählte im Jahr 2017 exakt 181.379 Arbeitnehmer. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist ein Zuwachs von 8,6 Prozent, sprich 14.362 Arbeitskräften zu verzeichnen.

So viel verdienen Südtirols Arbeitnehmer

Im Vergleich zum Jahr 2012 mit 27.532 Euro steigt die durchschnittliche Bruttojahresentlohnung in der Südtiroler Privatwirtschaft laut Astat 2017 auf 28.729 Euro.

Allerdings ist der inflationäre Wertverlust im beobachteten Fünfjahreszeitraum mit 5,8 Prozent höher, wodurch sich eine inflationsbereinigte Veränderung der durchschnittlichen Jahresbruttoentlohnung um -1,3 Prozent ergibt.

Realer Wertgewinn der Entlohnung nur in 2 Altersklassen

Die Entlohnung sinkt in nahezu allen Altersklassen, eine Ausnahme bilden die 45-49-Jährigen bei denen ein minimaler Gehaltsanstieg von 0,8 Prozent zu verzeichnen ist. Die wenigen unter 20-Jährigen dürfen sich über 10 Prozent mehr Lohn freuen.

Im Vergleich zum Jahr 2005 sinkt der Durchschnittslohn der Südtiroler Arbeitnehmer leicht um 0,3 Prozent. Ein Grund dafür ist die Verbreitung der Teilzeitarbeit, die zwar immer beliebter wird, trotzdem arbeitet ein Fünftel unfreiwillig und unterbeschäftigt in Teilzeit.

Die Teilzeitarbeit drückt das Lohnniveau allgemein nach unten, auch wenn die Zahl der Beschäftigten steigt.

In Bozen sitzen die „Gehaltskönige“

Wer am meisten verdienen will, der sollte in der Südtiroler Landeshauptstadt arbeiten, das zeigt zumindest die Statistik des Landesinstituts. Im Durchschnitt verdient man in Bozen 30.536 Euro brutto im Jahr. Das sind fast 2000 Euro mehr als der Landesmittelwert. Den geringsten Lohn erzielt man im Vinschgau mit „nur“ 26.024 Euro.

Erschreckend ist ein Detail der meistverdienenden 10 Prozent der Arbeitnehmer in der Südtiroler Privatwirtschaft: Sie alleine heimsen rund ein Fünftel (22 Prozent) der gesamten Summe aus den Jahresbruttoentlohnungen ein. Folglich reicht die Jahresbruttoentlohnung von circa 15.000 Euro bei den ärmsten 10 Prozent bis zu fast 73.000 Euro bei den reichsten 10 Prozent.

Weibliche Führungskräfte? Fehlanzeige

Erfreulich ist der Zuwachs von Südtiroler Arbeitnehmerinnen, nun sind fast 80.000 Fachkräfte (43,8 Prozent) weiblich. Nichtsdestotrotz bleibt der Anteil von weiblichen Führungskräften mit mickrigen 7,2 Prozent sehr gering.

Arbeitnehmerschaft wird älter

Die Studie des Landesinstituts für Statistik Astat zeigt, dass die Südtiroler Arbeitnehmerschaft älter wird. Die Gründe dafür sind vielseitig. Nicht nur die Veränderung der Bevölkerungsstruktur der Südtiroler Gesellschaft spielt hierbei eine Rolle, sondern auch die Veränderung der Pensionsbestimmung und die zunehmende Ausbildungsdauer tragen zur Entwicklung bei.

stol/jno