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Artikel vom Dienstag, 16. Juli 2019

Unterschätzte Gefahr: Lauschangriff von Alexa, Siri & Co.

Die meisten schätzen die Bequemlichkeit und denken sich nicht viel dabei: Digitalen Assistenten wie Apples Siri, Amazons Alexa, Googles Assistant oder Microsofts Cortana sind mittlerweile immer öfter auf dem Handy mit dabei. Oder sie lauschen in den eigenen vier Wänden mit. Gefällig und klug – aber auch gefährlich, warnten Vertreter der Arbeiterkammer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Sprachassistenten sollen gerne mitlauschen und Daten weitergeben.

Sprachassistenten sollen gerne mitlauschen und Daten weitergeben. - Foto: shutterstock

Sie spielen Lieblingslieder, erinnern an Termine, beantworten Fragen oder steuern aus der Ferne technische Funktionen zu Hause: digitale Assistenten mit Sprachsteuerung haben in vielen Haushalten Einzug gehalten. Der Komfort habe seinen Preis, so eine aktuelle Untersuchung.

Vor allem die Privatsphäre, einst heiß umkämpft, leide: Es entstünden sehr genau Profile jedes Haushalts und der einzelnen Mitglieder. Während bei blinden und motorisch eingeschränkten Mitgliedern die Vorteile wohl meist überwiegen, sollten sich andere Konsumenten über die Hintergründe informieren und abwägen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 erteilen 27 Prozent der österreichischen Haushalte bereits smarten Geräten Befehle. Aktuell geht man von etwa einen Viertel aus. 3 von 4 Jugendlichen sollen bereits über derartige Erfahrungen verfügen, so die Konsumentenschützer vor Medienvertretern. Sie warnten vor allem vor den Konsequenzen für unbedarfte Kinder und Jugendliche, die ganz selbstverständlich mit der künstlichen Intelligenz kommunizieren.

Daten unbemerkt gesammelt

Den wenigsten Konsumenten sei bekannt, wie viele Daten die Anbieter sammeln – und welche Informationen ganz konkret wie ausgewertet werden, ist oft schwer zu eruieren. 

Die zunehmende Verbreitung in den letzten Jahren stellt Datenschützer vor viele Fragen: Die Geräte sammeln fast unbemerkt sehr nahe am Leben der Konsumenten Informationen aus Privat- und Geschäftsleben, die in der Analyse ungeahnte Rückschlüsse ermöglichen können. Sprachprofile oder Standortdaten etwa können viel verraten, vor allem zuhause im Lebensmittelpunkt werden darüber hinaus potenziell alle Familienmitglieder bzw. auch Besucher belauscht und ihre Daten gesammelt und bearbeitet.

„Harmlose weibliche Stimme entlockt viele Informationen“

Man wolle das Bewusstsein schärfen, dass man von einer permanenten Lauschbereitschaft ausgehen muss, so Co-Studienautor Jaro Krieger-Lamina. Privateste Unterhaltungen können als „Beifang“ beim Anbieter landen. Auch die Auswirkungen auf Weltbild, Verhalten und Kommunikation durch die Interaktion mit diesen Systemen sei nicht zu vernachlässigen: Die harmlose, weibliche Stimme „entlocke“ den Usern wertvolle Informationen.

Immer mehr „Spione“ verstehen mehr weit mehr als auf den ersten Blick gesagt wird, es ließen sich mit den diversen Zusatz-Daten „sehr genaue Persönlichkeitsprofile“ erstellen und automatisierte Entscheidungsfindungen ermöglichen.

Viele datenschutzrechtliche Fragen sind derzeit schwer endgültig zu klären: Einerseits fehlt in Österreich die Möglichkeit von Sammelklagen, andererseits sind Auskünfte über gesammelt Daten der User und vor allem der Nutzung und Speicherung oft schwer zu bekommen, vor allem wenn der Unternehmenssitz sich im Ausland befindet. Die intransparente Datenauswertung vertieft laut Konsumentenschützern das Ungleichgewicht zwischen Anbietern und Kunden.

apa

Othmer Kamenschek, Niederdorf

Da gibt es eigentlich nur EINE Lösung. ABSCHALTEN !!!! Und auch das sogenannte SMART HOME gehört in diese Kategorie.

16.07.2019 23:42 Uhr

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1 Kommentar

 

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