Startseite » Chronik im Überblick » Lokal

Artikel vom Donnerstag, 11. Oktober 2018

Die Läuse sind los

Bei Südtirols Kindergartenkindern und Schülern haben sich wieder die Kopfläuse eingenistet. Und das nur einen Monat nach Schulbeginn. Wo und wie viele Kinder betroffen sind, steht allerdings nicht fest.

Bei Südtirols Kindergartenkindern und Schülern haben sich wieder die Kopfläuse eingenistet.

Bei Südtirols Kindergartenkindern und Schülern haben sich wieder die Kopfläuse eingenistet. - Foto: shutterstock

„Da viele Eltern dies den Schulen gar nicht mehr melden, erfahren auch wir nichts mehr davon“, sagt Dr. Livia Borsoi, Hygieneärztin im Gesundheitsbezirk Bruneck. Dabei wäre eine Meldung sogar Pflicht.

„Liebe Eltern, in unserem Schulsprengel sind Kopfläuse aufgetreten. Bitte helfen Sie mit und kontrollieren Ihr Kind regelmäßig“, heißt es in einem Schreiben aus dem Schulsprengel Karneid. Und damit die Eltern gleich Bescheid wissen, was sie in einem solchen Fall zu tun haben, wird auch gleich eine entsprechende Broschüre mit den nötigen Infos zum richtigen Verhalten bei einem Kopflausbefall (siehe eigene Meldung) mitgeschickt.

Ob auch in anderen Schulsprengeln Südtirols Kopfläuse aufgetreten sind, lässt sich weder im Schulamt noch beim Sanitätsbetrieb in Erfahrung bringen. „Das ist aber sicher kein Einzelfall“, ist Dr. Livia Borsoi, Fachärztin für Hygiene im Gesundheitsbezirk Bruneck, überzeugt. Dabei müssten die Schulen solche Vorkommnisse dem Sanitätsbetrieb melden.

„De facto wird uns das aber nicht mehr zuverlässig mitgeteilt. Unsere Statistiken sind seit 2014 lückenhaft.“ Bis dahin hatten nämlich Krankenpfleger und Sanitätsassistentinnen auf Anfrage der Schulen hin die Köpfe der Kinder und Jugendlichen untersucht. „Seither sind die Eltern selbst gefordert, die entsprechenden Kontrollen durchzuführen“, sagt Dr. Borsoi.

Erster Stop bei Läusen: Kinderarzt

Entdecken Eltern, dass ihr Kind Kopfläuse hat, ist das sofort Schule oder Kindergarten zu melden. „Doch viele kontrollieren erst gar nicht oder melden es dann nicht, obwohl es eigentlich Pflicht wäre“, so die Fachärztin für Hygiene. Aufgabe der Schule ist es dann, die Eltern aller Schüler über den Befall zu informieren und den Sanitätsbetrieb.

Der erste Weg bei Kopfläusen führt in jedem Fall zum Kinderarzt. Der attestiert den Befall, befreit das Kind vom Unterricht. „Erst wenn die vorgeschriebene Kur gemacht, der Arzt feststellt, dass das Kind frei von Läusen und Nissen ist, darf es wieder in die Schule“, so Dr. Borsoi.

Aber warum hat man in Südtirol nur einen Monat nach Schulbeginn bereits ein Problem mit Kopfläusen? Das sei schwer zu sagen, so die Fachärztin. „Es ist jedenfalls kein Problem mangelnder Hygiene und schon gar nicht sozialer Unterschiede“, sagt sie. „Im Gegenteil: Oft scheint es gerade so, als ob die Kopfläuse saubere Kinder sogar lieber befallen würden.“ Die Übertragung erfolge an den Schulen meist über Kleidungsstücke, welche an den Garderoben eng aneinander hängen.

In den Kindergärten scheint die Situation diesbezüglich inzwischen besser. Hier seien die Plätze der einzelnen Kinder voneinander getrennt, so Dr. Borsoi. Gänzlich vor einem Kopflausbefall gefeit sind die Kleinen deswegen aber nicht. „Das einzige probate Mittel ist und bleibt, dass Eltern regelmäßig ihr Kind untersuchen“, rät die Fachärztin für Hygiene.

D/em

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".
 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos