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Artikel vom Montag, 20. März 2017

Forscher entdecken Sahara-Bakterien auf Südtiroler Gipfel

Ein Sandkorn kommt selten allein: Forscher haben Bakterien und Pilze aus Afrika in den Dolomiten nachgewiesen. Grund für ihr Vorkommen ist wohl der Saharasand, der sich vor Jahren auf die Berge legte.

Orange statt weiß: Sahara trifft Schnee. - Foto: Bild von 2014

Orange statt weiß: Sahara trifft Schnee. - Foto: Bild von 2014 - Foto: D

Der große „Wüstensturm“ auf den Alpenraum liegt drei Jahren zurück: Ende Februar 2014 kam es in Nordafrika, besonders in der Sahara, zu starken Gewittern und Sandstürmen. Der Sand wurde tausende Meter aufgewirbelt und Richtung Norden transportiert. Im Alpenraum wusch Regen und Schneefall den Sand aus der Luft. Das Resultat: Sand an den Autoscheiben, Sand am Fenster, Sand auf dem Schnee. Sahara in Südtirol.

Drei Jahre nach diesem Wettersturm kehrt der Sahara-Sand wieder zurück – zumindest in die Schlagzeilen. Wie mehrere Medien am Montag berichten, hat ein multidisziplinäres Forschungsteam Schnee an der Marmolata und dem Latemar unter die Lupe genommen und festgestellt: Mit dem Sand von damals gelangten nicht nur kleine Mikroben-Gruppen aus der Sahara in den Alpenraum, sondern ganze Kulturen – wie Bakterien und Pilze. Die Mikroorganismen, so heißt es, seien besonders resistent und hätten, quasi eingefroren im Schnee, überlebt.

Die Forscher ziehen aus der Geschichte folgende Erkenntnis: Der Klimawandel und die erhöhte Präsenz solcher Phänomene wie der Sahara-Sand in Südtirol könne dazu führen, dass sich Mikroben weit verbreiten. Dies bringe Risiken mit sich. Die Forscher raten, insbesondere Schnee- und Gletscherschmelzen genau zu beobachten.

stol