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Artikel vom Freitag, 15. März 2019

Radioaktives Radon in Schulen und Kindergärten

In 124 Schulen und 52 Kindergärten im Land sind in mindestens einem Raum die Radonwerte zu hoch. Dies hat eine Messung der Landesumweltagentur ergeben. Nun setzt man beim Land alles daran, um Kinder und Lehrpersonen vor dem radioaktiven Edelgas zu schützen, das, nach dem Rauchen, zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist.

Das Edelgas ist zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Das Edelgas ist zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Kontrollmessungen an allen Schulen und Kindergärten Südtirols haben ein wenig erfreuliches Bild ergeben: Die Radonbelastung einzelner Räume – vor allem in unterirdischen und im Erdgeschoss – lag bis zu mehr als 4 Mal so hoch wie der erlaubte EU-Grenzwert von 500 Becquerel je Kubikmeter Luft. Überall dort, wo mindestens ein Raum betroffen war, wollte man es genauer wissen. „Im Dezember 2017 startete der Strahlenschutzexperte mit spezifischeren Messungen“, sagt Debora Predenz, Koordinatorin der Dienststelle für Arbeitssicherheit im Land.

Auch zweite Messung ergibt kaum besseres Bild

In rund 2 Drittel der betroffenen Schulen und Kindergärten im Land ist diese zweite Messung bereits erfolgt. Das Bild hat sich aber nur unwesentlich gebessert. „In vereinzelten Gebäuden waren die Werte sogar niedriger als bei der ersten Messung“, sagt Predenz. Beim Großteil der betroffenen Räume aber heißt es dringend entsprechende Maßnahmen treffen. Auf den ersten Blick erschreckend ist nämlich: Unter den Räumen, in denen eine zu hohe Radonbelastung gemessen wurde, sind mancherorts auch Gruppenräume in Kindergärten und Klassenzimmern.

Fall für Fall unter die Lupe nehmen

Da heißt es nun für den per Ausschreibung beauftragten Strahlenschutzexperten, Fall für Fall unter die Lupe nehmen und zusammen mit Schul- oder Kindergartendirektion und der jeweiligen Gemeinde die nötigen Maßnahmen festzulegen.

„Für über die Hälfte aller betroffenen Gebäude liegen die entsprechenden Berichte bereits vor“, weiß Predenz. „Und die darin vom Strahlenschutzexperten vermerkten Maßnahmen sind für die Gemeinden dann auch verpflichtend umzusetzen.“ In einigen Fällen ist es mit häufigerem Lüften oder einer Umstellung der bestehenden Belüftungsanlage getan. Handelt es sich um Räume, zu denen nur Erwachsene Zutritt haben, reicht sogar ein Schild, das auf die Gefahr hinweist und darauf aufmerksam macht, den Aufenthalt im betroffenen Raum so kurz als möglich zu halten. 

Bauliche Maßnahmen

Um Kinder und Lehrpersonen vor dem radioaktiven Edelgas zu schützen, braucht es in den allermeisten Fällen aber bauliche Maßnahmen. „Da vor allem unterirdische oder im Erdgeschoss gelegene Räume betroffen sind, geht es in erster Linie darum, zu schauen, dass kein Radon mehr in die Räume eindringen kann bzw. dort ein erhöhter Luftaustausch ermöglicht wird“, erklärt Luca Verdi, Direktor im Labor für Luftanalyse und Strahlenschutz des Landes.

Ziel: Bereits künftigen EU-Grenzwert einhalten

Dabei geht man in Südtirol sogar einen Schritt weiter als derzeit gesetzlich vorgeschrieben. „Eigentlich würde seit Februar des Vorjahres ein Grenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter Luft gelten“, sagt Verdi. „So hat es die EU vorgesehen. Bislang hat aber noch kein einziger Staat diese Vorgabe auch umgesetzt – auch Italien nicht.“ Demnach gilt auch hierzulande der bisherige Maximalwert von 500 Becquerel je Kubikmeter Luft. Zwar dürfte es eine ganze Weile dauern, bis in allen betroffenen Schulen und Kindergärten im Land die Radonwerte wieder passen. „Dann aber ist man auf dem neuesten Stand und hält auch den Grenzwert ein, der künftig vorgeschrieben ist“, so Verdi.

Im Tagblatt „Dolomiten“ finden Sie eine Liste mit allen Schulen, Kindergärten und Musikschulen im Land, in denen zumindest in einem Raum der Radon-Grenzwert von 500 Bq/m³ Luft überschritten wurde.

D/em

Stefan Laner, Mühlwald

Ok, und wieso kommt es überhaupt zu dieser Radonbelastung? Und was genau kann man dagegen tun?

21.03.2019 21:48 Uhr

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Elmar Thaler, Tramin

Ich gehe mal davon aus, dass die gemessenen Radonwerte in den betroffenen Dörfern bei jedem einzelnen zu Hause im Erdgeschoss gemessen werden. Messen ist einfach, eine Lösung finden nicht so leicht. Die Kellergeschosse ordentlich lüften bzw. mit einer Tür abdichten??!!

15.03.2019 07:57 Uhr

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2 Kommentare

 

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