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Artikel vom Mittwoch, 14. August 2019

Sarntal: Illegaler Halal-Schlachthof ausgeforscht

Die Finanzpolizei von Bozen hat im Sarntal einen illegalen Schlachthof ausgehoben: Dort waren in Vorbereitung auf das islamische Opferfest Schafe ohne Betäubung - also halal - geschächtet worden. Der Besitzer des Hofes sowie 3 weitere Männer müssen sich nun wegen Tierquälerei und der unrechtmäßigen Schächtung von Schafen verantworten.

Der Schlachthof war schmutzig und entsprach nicht im geringsten den Mindestanforderungen an Hygiene. - Foto: Finanzpolizei Bozen

Der Schlachthof war schmutzig und entsprach nicht im geringsten den Mindestanforderungen an Hygiene. - Foto: Finanzpolizei Bozen

Die Finanzpolizei hatte den Hof entdeckt, nachdem sie beobachtet hatten, dass immer wieder Fahrzeuge ein- und ausfuhren, die bei der Abreise mit geschlachtetem Vieh beladen waren. Die Beamten legten sich auf die Lauer und schritten ein, als eine Fuhr lebender Tiere am Hof ankam, die dort geschlachtet werden sollten.

Beim Betreten des Schlachthofs fanden die Beamten dort 2 blutbeschmierte Männer vor, die, Messer in der Hand, dabei waren, einen Schafsbock mittels Halsstich zu schächten. Der Raum entsprach nicht im geringsten den Mindestanforderungen an Hygiene, am Boden verteilt lagen sogar noch Organe von zuvor geschächteten Tieren.

Insgesamt fanden die Beamten bei der anschließenden Durchsuchung 11 Kadaver von bereits geschächteten Schafen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 200 Kilogramm.

Die Kadaver wurden beschlagnahmt und - da die Tiere nicht wie vom Gesetz vorgesehen vor der Schlachtung von einem Tierarzt untersucht worden waren - dem Gemeindefleischer der Stadt Bozen zur Kontrolle übergeben. Dieser befand das Fleisch für ungenießbar, sie wurden der Gerichtsbarkeit übergeben.

Da es illegal ist, Tiere außerhalb einer dafür vorgesehenen Struktur zu schlachten, müssen sich der Besitzer des Hofes, ein Italiener, sowie 3 marokkanische Staatsbürger nun vor Gericht verantworten. Ihnen wird neben der illegalen Schlachtung auch Tierquälerei vorgeworfen, da die Tiere nicht betäubt wurden und so noch mehr leiden mussten.

Bei der rituellen Schlachtung werden die Tiere – anders als nach mitteleuropäischen Standards – ohne Betäubung mit einem speziellen Messer mit einem einzigen großen Schnitt quer durch die Halsunterseite getötet, in dessen Folge die großen Blutgefäße sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt werden. Mit dem Schächten soll das möglichst rückstandslose Ausbluten des Tieres gewährleistet werden. Der Verzehr von Blut ist sowohl im Judentum als auch im Islam verboten (Wikipedia, 2019).

stol

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