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Artikel vom Samstag, 20. April 2019

Walther muss zur Generalpflege

Er ist neben Ötzi wohl das bekannteste Bozner Gesicht: Walther von der Vogelweide grüßt die Bozner wie Gäste von seinem Denkmal. Doch wer sich den Dichter einmal von hinten anschaut, sieht, dass besonders die Rückseite der Statue verschmutzt ist.

Die historische Marmorstatue wurde 1889 vom Vinschger Bildhauer Heinrich Natter im Namen eines Komitees Bozner Bürger gefertigt. - Foto: D/pir

Die historische Marmorstatue wurde 1889 vom Vinschger Bildhauer Heinrich Natter im Namen eines Komitees Bozner Bürger gefertigt. - Foto: D/pir

Der Sockel wurde sogar von Graffitis beschmutzt. Doch auch wenn der „Walther“ Bozens Visitenkarte ist, hat seine Reinigungen nicht Priorität. „Diese ist für das kommende Jahr 2020 geplant“, erklärt Stadtrat Luis Walcher.

Ehemaliges Symbol des Deutschtums

Die historische Marmorstatue wurde 1889 vom Vinschger Bildhauer Heinrich Natter im Namen eines Komitees Bozner Bürger gefertigt. Seither hat sie eine bewegte Geschichte hinter sich: 1935 wurde sie als Symbol des Deutschtums von faschistischen Behörden entfernt und in den Roseggerpark verlegt. Erst 1981 kehrte das Denkmal auf seinen angestammten Platz am Waltherplatz zurück. Seither ist es zu einem der beliebtesten Fotomotive der Stadt geworden.

Die letzte Reinigung liegt bereits Jahrzehnte zurück. Doch im Kalender der Gemeinde stehen die Sanierungen anderer Brunnen und Denkmäler vor jener des Walther-Denkmals. „Die Sanierung von solchen Marmorstatuen ist ein komplexes Unterfangen. Da die Statue eine der beliebtesten und bekanntesten Statuen Bozens ist, müssen wir als Gemeinde auch vorsichtig sein. Wir wollen die Sanierung auf keinen Fall verhunzen“, unterstreicht Walcher.

Zudem würde der „Walther“ dann länger nicht zu sehen sein. „Bei einem Eingriff wie diesen sprechen wir von Monaten. Ein Restaurator schafft bei gewissen Stellen an einem Tag vielleicht auch nur 10 Quadratzentimeter.“ Deshalb will der Termin auch gut gewählt sein, damit er sich nicht mit traditionellen Veranstaltungen und Märkten überkreuzt.

Das sind die „Pflegefälle“

Im Haushalt des laufenden Jahres 2019 sind 50.000 Euro für die Sanierung von gleich mehreren Marmordenkmälern vorgesehen. Dringend eingegriffen werden muss beim sogenannten Gabelwirt, dem Neptun-Brunnen, am Obstmarkt. Der Marmorsockel wurde in den vergangenen Jahren durch unvorsichtig rangierende Lenker von Lieferautos arg in Mitleidenschaft gezogen. Ebenfalls restauriert werden die Heinrich-Noë-Statue im Bahnhofspark, sowie das Eisenstecken-Denkmal am Grieser Platz.

Im kommenden Jahr möchte die Gemeinde dann auch das Walther-Denkmal säubern und wieder auf Hochglanz bringen.

D/wh

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