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Artikel vom Mittwoch, 26. Juni 2019

Dolomiten: Welterbe für viele Generation bewahren

Auf den Tag genau vor zehn Jahren hat das Welterbekomitee der UNESCO die Dolomiten als Weltnaturerbe anerkannt. Ein Titel, der für das gesamte Dolomitengebiet eine große Chance bedeutet. Doch Erbe bedeutet auch Verantwortung für die Natur und die kommenden Generationen. Es braucht Konzepte und konkrete Maßnahmen, die auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Besonders dringlich sind dabei Antworten auf die Mobilitätsfrage. Dies war die Hauptbotschaft der institutionellen Jubiläumsfeierlichkeiten am Mittwoch in Cortina d‘Ampezzo.

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Auf den Tag genau vor zehn Jahren hat das Welterbekomitee der UNESCO die Dolomiten als Weltnaturerbe anerkannt.

Auf den Tag genau vor zehn Jahren hat das Welterbekomitee der UNESCO die Dolomiten als Weltnaturerbe anerkannt. - Foto: LPA

Welche Strahlkraft mit diesem Welterbe verbunden ist, lässt sich auch an den anwesenden Ehrengästen ablesen. Neben hochrangigen politischen Vertretern aus dem gesamten Dolomitengebiet Gebiet waren auch Gäste aus Rom gekommen, darunter Kabinettchef Pier Luigi Petrillo und die Staatssekretärin Vannia Gava vom Umweltministerium, UNESCO-Stiftungspräsident Graziano Pizzimenti und die UNESCO-Vertreter Italiens.

Kompatscher: „Damit wieder Stille einkehrt“ 

Auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher erfüllt „diese einmalige Gebirgslandschaft mit großem Stolz. Ebenso groß ist allerdings die Verantwortung, denn dieser Reichtum gehört nicht nur uns, sondern der gesamten Menschheit, und muss für die nächsten Generationen erhalten werden.“ Er sprach sich deshalb auch für eine „Sperre der Dolomitenpässe zu bestimmten Kernzeiten“ aus. Er werde sich unter anderem in Rom dafür einsetzen, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Gleichzeitig brauche es „aber auch Infrastrukturen und Dienstleistungen, damit endlich wieder die Stille in dieser wunderbare Landschaft einkehren kann.“

Hochgruber Kuenzer: „Erbe für die Zukunft weiterentwickeln“

UNESCO-Vertreterin und Landschaftsschutz-Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer sprach von der „Werkstatt Dolomiten“. Die dringlichste Frage sieht sie im Verkehr, gefolgt von der Frage: „Wie viel Tourismus vertragen die Landschaft und Umwelt?“ Aber es gehe um mehr: „Wir müssen das Welterbe für die nächste Generation weiterentwickeln.“ Sie forderte alle Interessensgruppen – Bewohner, Tourismus, die Verantwortlichen für die Mobilität und die
Umweltschützer – auf „mehr denn je zusammenzurücken. Von unserem Ressort aus soll die Initiative ausgehen, ohne Angst und Vorbehalte über die Zukunft zu diskutieren.“

Vettorato: „Höchste internationale Wiedererkennbarkeit erreichen“

Auch Umweltlandesrat Giuliano Vettorato sieht im UNESCO-Welterbe ein schützenswertes Gut: „Unsere Aufgabe ist es, die vielen Ressourcen aufzuwerten, die dieses Welterbe ausmachen. Wenn wir dieses Ziel verfolgen, erreichen wir die höchste internationale Wiedererkennbarkeit, geben damit aber auch den Startschuss für die Strategien und für die künftige Entwicklung des Welterbes.“

Auch aus Rom kamen viele positive Signale: So verwies der UNESCO-Direktor Italiens, Enrico Vicenti, darauf, dass Italien viele UNESCO-Kulturerbschaften vorzuweisen habe, mit dem UNESCO-Naturwelterbe aber „sollten wir uns genauso zur internationalen Avandgarde in Sachen Nachhaltigkeit bewegen: Für die Dolomiten und für die Menschen, die darin leben, werden wir Maßnahmen entwickeln und Vorreiter werden.“

Feierlichkeiten gehen weiter

Diese Woche stellt den Höhepunkt der Institutionellen Feierlichkeiten anlässlich 10 Jahre UNESCO-Welterbe dar. Aus Südtiroler Sicht setzt es sich am Samstag mit dem großen Welterbefest für die Bevölkerung in St. Vigil in Enneberg fort: Dort sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Dolomiten auf vielfältige Weise kennenzulernen: Mit einer Erlebnismeile, regionalen Produkten aus dem UNESCO-Gebiet, zwei Ausstellungen und einem großen Sagenumzug.

lpa

 

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