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Artikel vom Donnerstag, 7. Dezember 2017

Bozen: Künstliche Nistplätze für Vögel und Fledermäuse

Mehr als 750 künstliche Nistplätze für Vögel und Fledermäuse sorgen für Artenvielfalt und lindern die Mückenplage. Weitere "batboxes" und Nistplätze werden demnächst auch im Städtischen Friedhof angebracht.

Bis heute wurden 533 Vogelnistplätze und 234 Fledermauskästen in den Grünflächen der Stadt angebracht.

Bis heute wurden 533 Vogelnistplätze und 234 Fledermauskästen in den Grünflächen der Stadt angebracht.

Die Stadtgärtnerei hat in den vergangenen Tagen die künstlich errichteten Vogelnistplätze und Fledermauskästen, sogenannte "Batboxes", kontrolliert und gereinigt. Die Vogelnistplätze und Fledermauskästen wurden im Jahr 2013 als Maßnahme zur Linderung der Mückenplage eingeführt, um den Einsatz chemischer Mittel zu verringern. Seither wurden etwa 750 Nistplätze und "Batboxes" in den städtischen Grünanlagen angebracht, weitere folgen demnächst im Stadtviertel Oberau-Haslach.

Am Donnerstag hat Stadträtin Marialaura Lorenzini die Ergebnisse und Entwicklungen dieser Maßnahme bei einer Pressekonferenz im Petrarcapark vorgestellt. Mit dabei waren auch Katia Zanoner von der Stadtgärtnerei und der Ornitologe Sergio Abram.

„Sind von Maßnahme überzeugt“

Stadträtin Lorenzini ist von der Maßnahme überzeugt und sagt: "Fledermäuse und Vögel sind Nutztiere die maßgeblich am ökologischen Gleichgewicht und der Artenvielfalt in unserer Stadt beitragen. Sie unterstützen und beim Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und lindern die sommerliche Mückenplage. Wir sind bemüht, dass Vögel und Fledermäuse ausreichend Nistplätze und Kunstquartiere in der Stadt finden, denn durch die Verstädterung und den Verlust natürlicher Quartieren schränkt sich der Lebensraum der Vögel und vor allem jener für Fledermäuse ein. Die Nistplätze bieten eine Alternative für hohle Bäume, zugängliche Dachböden und Kirchtürme. In den Parks von vier Stadtvierteln wurden an die 750 Nistplätze für Vögel und Fledermäuse installiert. Im Städtischen Friedhof in Oberau werden demnächst 214 Vogelnistplätze und 79 Fledermauskästen angebracht".

85 Prozent der Nistplätze werden angenommen

Katia Zanoner, Projektverantwortliche der Stadtgärtnerei erläutert einige Details: "Bis heute wurden 533 Vogelnistplätze und 234 Fledermauskästen in den Grünflächen der Stadt angebracht. Auch wenn man alles richtig macht, kann es sein, dass nicht alle künstlichen Nistplätze angenommen werden. Etwa 85 Prozent der Vogelniststellen werden angenommen und einige werden von den Tieren ausschließlich zum übernachten genutzt. In 73 Prozent nisten vor allem Meisen, Sperlinge, Spechte, Kleiber, Gartenrotschwänze, Gartenbaumläufer und Wendehälse.

Kurios

Einige Nistplätze (3,6 Prozent) werden von Siebenschläfern oder Insekten besetzt.

Fledermäuse nisten viel seltener in künstlichen Niststellen als Vögel. Von den 234 Kästen werden nur etwa die Hälfte von den Fledermäusen angenommen und es braucht ziemlich lange bis die Tiere die Kästen wahrnehmen. Fledermäuse sind auf störungsfreie Quartiere angewiesen. Ohne diese Quartiere können Fledermäuse weder ihre Jungen zur Welt bringen, noch den Winter überdauern. Dies ist auch die Ursache für die Abwanderung und den Rückgang der Tiere."

stol

 

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