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Artikel vom Samstag, 12. Januar 2019

„Weil es sich lohnt für etwas zu kämpfen“

Auf eigenen Beinen stehen – obwohl man nur einen Fuß hat? Klingt irgendwie interessant. Was Maximilian Huber aus seinem Leben gemacht hat, nachdem ein Motorradunfall ihn einen Unterschenkel gekostet hat, ist weit mehr als das: Es ist beeindruckend und mitreißend.

Seine Kunden möchte Huber dazu motivieren, für etwas zu kämpfen und Hindernisse zu überwinden. - Foto: Privat/Maximal

Seine Kunden möchte Huber dazu motivieren, für etwas zu kämpfen und Hindernisse zu überwinden. - Foto: Privat/Maximal

Was Maximilian Huber aus seinem Leben gemacht hat, nachdem er bei einem Motorradunfall einen Unterschenkel verloren hat, ist beeindruckend. - Foto: Privat/Maximal

Was Maximilian Huber aus seinem Leben gemacht hat, nachdem er bei einem Motorradunfall einen Unterschenkel verloren hat, ist beeindruckend. - Foto: Privat/Maximal

Sport ist Mord heißt es für die einen, Sport als Überlebensstrategie und Anker gilt für die anderen. Maximilian Huber zählt zu Letzteren. Es war nur eine kleine Unachtsamkeit, die das Leben des St. Lorenzners für immer verändern sollte. Am 21. Juli 2015 wurde dem damals 22-Jährigen bei einem Motorradunfall auf der Pustertaler Straße sein rechter Unterschenkel amputiert.

Es folgten Operationen und höllische Schmerzen, aber auch ein gewaltiges Comeback, das am heutigen Samstag einen weiteren Höhepunkt bereithält.

Südtirol Online: 21. Juli 2015 – Welche Gedanken/Emotionen verbinden Sie heute mit dem Tag des Unfalls?

Maximilian Huber: Sagen wir so. Ich blicke sehr positiv auf die letzten dreieinhalb Jahre zurück. Ich bin sehr dankbar, wenn ich einigen Menschen durch meinen offensiven Umgang mit der Prothese in jeglichen Bereichen helfen kann. 

Verschiedene Prothesen mit jeweils verschiedenem Schuhwerk. - Foto: Privat/Maximal

Zudem bin ich überaus glücklich, dass ich meinen Beruf als Trainer heute ausüben kann. Es ist für mich aufgrund meiner Vergangenheit einfacher, Leute zu motivieren. Es hat also alles seine positiven Seiten.

STOL: Sport als Anker – bereits vor dem Unfall waren Sie überaus sportlich: Hat Ihnen das geholfen mit der Situation klar zu kommen?

Huber: Es ist definitiv so, dass Sport sich auf vielen Bereichen im Leben positiv überträgt. Man setzt sich Ziele, man arbeitet hart - man arbeitet auch lange, ohne große Erfolge. Doch wenn man langfristig und diszipliniert für etwas kämpft, wird man irgendwann belohnt.  Man muss im Sport jedoch auch lernen zu verlieren oder sich durch eine Verletzung wieder zurück zu kämpfen. Durch dieses „für etwas kämpfen" und sein Ziel fest im Blick zu haben, entwickelt sich eine innere Kraft, eiserner Wille und Disziplin, die sich auf viele andere Lebensbereiche übertragen. Auch im Fall von schweren Schicksalsschlägen aller Art.

Für Huber ist die Prothese kein Hindernis, weiterhin sportlichen Aktivitäten nachzugehen. - Foto: Privat/Maximal

STOL: Abgeschlossenes Sportstudium – trotz Handicap: War es immer schon Ihr Ziel durch den Sport „auf eigenen Beinen zu stehen"?

Huber: Es war ein sehr großer Ansporn für mich, im Masterstudium alle praktischen Lehrveranstaltungen ohne Begünstigungen positiv zu absolvieren. Das habe ich geschafft und ich bin sehr dankbar dafür und stolz.

STOL: Trainer „auf einem Bein": Am heutigen Samstag eröffnen Sie Ihre eigene Trainingshalle „maximal“ in der Handwerkerzone Baumüller Boden in Montal. Was genau wollen und können Sie den Leuten dabei mitgeben?

Huber: Meine Kunden möchte ich dazu motivieren, für etwas zu kämpfen und Hindernisse zu überwinden, um ihre Ziele zu erreichen. Für mehr Lebensqualität, Gesundheit und vor allem, um Freude am Leben zu haben.

Interview: ker

stol

 

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