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Artikel vom Freitag, 5. Januar 2018

Polarwolf „Anouk“ aus obersteirischem Tierpark entkommen

Bereits am Heiligen Abend soll er vermutlich ein kleines Schlupfloch genutzt haben. Bisher konnte man ihn nicht einfangen, bestätigte Tierpark-Manager Georg Bliem, Chef der Planai-Hochwurzen-Bahnen, am Freitag eine Aussendung der Bezirkshauptmannschaft Leoben.

Der Polarwolf habe bereits am heiligen Abend ein kleines Schlupfloch genutzt, um zu entkommen.

Der Polarwolf habe bereits am heiligen Abend ein kleines Schlupfloch genutzt, um zu entkommen. - Foto: APA

Das Tier soll sich in den ersten Tagen nach seinem Ausbruch noch in der Nähe des Geheges befunden haben, doch aufgrund der neuen Spurenlage sei nicht ausgeschlossen, dass der Wolf mittlerweile das Gelände des Tierparks auch verlässt.
Laut einer Stellungnahme des Wolfsbeauftragten Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien geht keine akute Gefahr von „Anouk“ aus, so die Bezirkshauptmannschaft.

Es sei jedoch aufgrund seiner Herkunft aus einem Schaugehege und seiner teilweisen Gewöhnung an Menschen möglich, dass das Fluchtverhalten des Wolfes gegenüber Menschen im Vergleich zu Wildwölfen geringer ausgeprägt ist. Darum wird Beobachtern geraten, sich sofort an die Polizei zu wenden, wenn sie den Wolf entdecken, und nicht seine Nähe zu suchen. Optisch hat der Polarwolf Ähnlichkeit mit einem weißen Schäferhund.

Ursache für den Ausbruch

Laut Bliem dürften Rudelkämpfe die Ursache für den Ausbruch gewesen sein. „Anouk“ war der erste eigene Polarwolf-Nachwuchs am Wilden Berg. Zuvor hatte man zwei männliche Polarwölfe aus Frankreich zur österreichischen „Wolfs-Dame“ ins Gehege geholt. Nach dem zwei Jahre alten „Anouk“ hatte das Rudel einen weiteren Wolf großgezogen, der nun ein Jahr alt ist, schilderte der Tierpark-Manager auf APA-Nachfrage.

„Anouk“dürfte ins geschlechtsreife Alter gekommen sein, was wohl zu den Rudelkämpfen geführt hat. Die Zoologen seien etwas ratlos, wie der Wolf entkommen konnte. Vermutlich war er zwischen Zaun und Betonsockel hindurchgeschlüpft.

Neben den fünf Polarwölfen sind derzeit auch vier Grauwölfe am „Wilden Berg“ daheim. Erst im Sommer 2015 war Grauwolf „Fritzi“ entlaufen und nach fünf Wochen wieder eingefangen worden – mit etwa zehn Kilogramm mehr auf den Rippen, denn er hatte einige Hühner gerissen. Bliem war zuversichtlich, dass auch „Anouk“ bald betäubt und eingefangen werden kann. Dafür müssen die Jäger aber auf etwa 30 Meter an ihn heran.

Zwei Mal hatten sie ihn bereits vor der Linse ihrer Betäubungsgewehre, doch es war nicht nah genug. Wenn er wieder eingefangen ist, wird der Jungwolf nicht mehr zurück in das Gehege kommen, sondern an einen anderen Tierpark abgegeben, sagte Bliem.

apa

 

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