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Artikel vom Donnerstag, 12. September 2019

Ankauf von Schulmaterialien: Antrag abgelehnt

Ein Antrag von Myriam Atz Tammerle der Süd-Tiroler Freiheit im Landtag, die Schulmaterialien von der 1. Klasse Grundschule bis zum Schulabschluss kostenlos zur Verfügung zu stellen, um so bedürftigen Familien finanziell unter die Arme zu greifen, wurde am Donnerstag abgelehnt.

Foto: shutterstock

„Bereits in der ersten Klasse Grundschule ist der Ankauf der Grundausstattung (Schultasche, Griffelschachtel, Sportbeutel, u.v.m.) für viele Eltern eine finanzielle Herausforderung, bis zu 150 Euro pro Kind“, erklärte Atz Tammerle am Donnerstag.

„Im Jahr 2008 wurde in Südtirol der Bücherscheck für Schüler der 3., 4. und 5. Oberschule eingeführt. Dies hat zu einer deutlichen Reduzierung der finanziellen Belastung der Familien zu Schulbeginn geführt – vor allem bei bedürftigen Familien oder Familien mit mehreren Kindern. Dennoch bleiben ab der ersten Klasse Grundschule jährlich die hohen Kosten für die Anschaffung von Schulmaterialien zu Schulbeginn bestehen. Im Rahmen des letzten Kinderlandtages im Jahr 2017 wiesen mehrere Schüler auf die finanzielle Herausforderung für deren Eltern beim Ankauf von Schulmaterialien zu Schulbeginn hin und äußerten gegenüber Landtagsabgeordneten und Landesräten den Wunsch, finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von Schulmaterialien bereits ab der ersten Klasse Grundschule zu bekommen.“ Atz Tammerle kritisierte auch, dass viele Schulen Markenware verlangten, ein bestimmtes Heft, einen bestimmten Zirkel und ähnliches.

Viel Unterstützung, aber auch viele Gegenstimmen

Zustimmung erhielt Atz Tammerle unter anderem von Brigitte Foppa (Grüne), Alex Ploner (Team Köllensperger) und Ulli Mair (Freiheitliche).

Magdalena Amhof (SVP) stimmte zu, dass die Eltern durch die Schule einem finanziellen Druck ausgesetzt seien. Am STF-Vorschlag kritisierte sie, dass bei Großaufträgen die kleinen Läden vor Ort ausgelassen würden. Ein Beitrag für alle sei nicht sinnvoll, man müsse nach Einkommen fördern.

Gerhard Lanz (SVP) bestätigte das Problem, sah im Antrag aber nicht die richtige Lösung. Eine zentrale Einkaufsliste sei nicht sinnvoll, die Lehrer wüssten am besten, was es brauche. Man müsse wieder mehr auf Hausverstand und Eigenverantwortung setzen.

Achammer: „Bereits viel Förderung“

Schülereltern würden gefördert, damit das Einkommen nicht den Bildungserfolg entscheide, erklärte Landesrat Philipp Achammer. Beim Ausgleich der Bildungschancen stehe Südtirol im Vergleich gut da. Erst heuer habe man wieder den Beitrag für Heimschüler erhöht. Die Bücher würden bis zur 2. Oberschulklasse von der Schule zur Verfügung gestellt, danach gebe es den Bücherscheck, außerdem das Pendlerstipendium, das wie andere Förderungen in dem Bereich auf EEVE umgestellt werde.

Die Mensen seien günstig, die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gratis. Achammer kündigte die Gegenstimme zum Antrag an. Die Schulen sollten nicht Einkaufsvermittler werden. Über ein Schulstartgeld könne man nachdenken, das würde aber rund 10 Millionen Euro kosten. Die Landesregierung sei aber eher für ein einkommensabhängiges System.

Der Antrag wurde mit 12 Ja und 18 Nein abgelehnt.

lpa/stol

 

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