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Artikel vom Sonntag, 8. Juli 2018

Kampagne mit roten T-Shirts für Migrantenrettung

Unzählige Menschen haben sich in Italien einer Kampagne für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer angeschlossen. Gestartet wurde die Initiative vom Anti-Mafia-Priester Luigi Ciotti, von der katholischen Arbeiterorganisation ARCI, sowie vom Umweltschutzverband Legambiente. Sie wurde von prominenten Intellektuellen und Künstlern wie Bestsellerautor Roberto Saviano unterstützt.

Unzählige Menschen haben sich in Italien einer Kampagne für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer angeschlossen.

Unzählige Menschen haben sich in Italien einer Kampagne für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer angeschlossen. - Foto: APA/ANSA

Wer sich der Kampagne anschließt, soll sich mit einem roten T-Shirt als Zeichen der Solidarität mit den Migranten fotografieren und die Bilder auf Twitter veröffentlichen. Die Kampagne traf auf große Resonanz. Mehrere Mittelmeerländer, darunter Italien, Spanien und Malta, hatten Rettungsschiffe zuletzt abgewiesen oder erst nach langen Auseinandersetzungen aufgenommen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini, der einen harten Kurs gegen die illegale Einwanderung führt, reagierte ironisch auf die Kampagne. „Leider habe ich zu Hause kein rotes T-Shirt gefunden, mit dem ich mich fotografieren lassen könnte“, schrieb Salvini auf Twitter. Daraufhin erklärte sich der Initiator der Kampagne Ciotti bereit, dem Innenminister rote T-Shirts zu schenken.

„Life-Line“der Auslöser

Die Kampagne entstand als Reaktion auf die Vorkommnisse um das Rettungsschiff „Lifeline“. Es trieb im Juni tagelang mit über 200 aus Seenot geretteten Menschen im Mittelmeer, ohne eine Erlaubnis zum Anlegen zu bekommen.

Das Musikmagazin „Rolling Stone Italia“ veröffentlichte am Donnerstag eine Liste mit den Namen bekannter Regisseure, Schauspieler, Schriftsteller und Journalisten, die sich gegen die „Politik der geschlossenen Häfen“ von Innenminister Salvini wehren. Die neuen Regierungsvertreter in Rom seien „gefährlich“, hieß es in einem Kommentar der Zeitschrift. „Sie sind mit Zynismus bereit, tiefe und irrationale Ängste auszunutzen“, hieß es im Appell.

apa

 

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