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Artikel vom Mittwoch, 12. September 2018

Lebenslange Haft für 10 Guerilla-Anführer in Peru

Wegen eines Bombenanschlags mit 25 Todesopfern sind der Anführer der maoistischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad und 9 weitere ranghohe Mitglieder der Gruppe zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Lima verkündete sein Urteil gegen Abimael Guzman und seine Mitangeklagten am Dienstag (Ortszeit) nach einem 20-monatigen Prozess.

Abimael Guzman ist inzwischen 83 Jahre alt.

Abimael Guzman ist inzwischen 83 Jahre alt. - Foto: APA/AFP

Wegen Mordes und weiterer Vorwürfe sitzt der inzwischen 83 Jahre alte Guzman ohnehin bereits lebenslang in Haft. Das Gericht befand die 10 Angeklagten wegen eines Anschlags im Jahr 1992 für schuldig, bei dem ein mit 500 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto in einem teuren Stadtviertel von Lima explodiert war. 25 Menschen wurden getötet, mehr als 100 weitere verletzt. Es war der erste Anschlag des Leuchtenden Pfades auf Zivilisten in Lima, die Tat schockierte damals das ganze Land. Guzman bezeichnete den Prozess als Farce und erklärte, bei dem Anschlag habe es sich um einen Fehler gehandelt, für den seine Anhänger verantwortlich gewesen seien.

Guerillakrieg um Regierung zu stürzen

Der frühere Philosophieprofessor Guzman hatte 1980 an der Spitze der maoistischen Untergrundorganisation den Guerillakrieg gegen die Regierung in Lima begonnen. Ziel war der Sturz der Regierung und die Errichtung einer „Diktatur des Proletariats“.

2 Mal zu Lebenslanger Haft verurteilt

1992 wurde Guzman gefasst und wegen Verrats von einem Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil wurde 2003 vom Verfassungsgericht aufgehoben. In einem 2. Verfahren wurde Guzman allerdings 2006 wegen Terrorismus, Mordes und weiterer Verbrechen während des Guerillakriegs erneut zu lebenslanger Haft verurteilt.

70.000 Menschen bei Guerillakrieg getötet

Während des Guerillakriegs wurden etwa 70.000 Menschen getötet. Eine Wahrheitskommission kam zu dem Schluss, dass etwas weniger als die Hälfte der Opfer vom Leuchtenden Pfad getötet wurden, für ein Drittel der Todesopfer waren demnach die Sicherheitskräfte und örtliche Milizen verantwortlich. Die übrigen Todesfälle sind ungeklärt.

apa/afp

 

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