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Artikel vom Sonntag, 25. August 2019

ÖVP trotz leichten Abwärtstrends laut Umfragen klar vorn

Umfragen haben zuletzt einen leichten Abwärtstrend für die ÖVP bei der kommenden Nationalratswahl gezeigt. Als Grund dafür sehen Wolfgang Bachmayer (OGM) und Peter Filzmaier auch den Verlust der Kanzlerschaft. So könne Sebastian Kurz nicht mehr die Erfolgsgeschichte des Amtsinhabers weiterspinnen; zudem fehle die „große Geschichte”, wie sie die ÖVP 2017 mit „Veränderung” gebracht hatte.

Der erste Platz ist laut Umfragen der ÖVP aber sicher Foto: APA (Archiv/Punz)

Der erste Platz ist laut Umfragen der ÖVP aber sicher Foto: APA (Archiv/Punz)

Peter Hajek sieht das weit größere Problem bei der SPÖ. Keine Frage ist laut den aktuellen Umfragewerten der klare erste Platz für die ÖVP und auch, dass dieser wohl mit Respektabstand vor dem Zweitplatzierten (SPÖ oder FPÖ) eingefahren werden dürfte. Das zeigen auch die jüngsten Umfragen von OGM (für den „Kurier”), „Research Affairs” (für „Österreich”) und Peter Hajek/Unique Research für „profil”.

Darin wird die ÖVP mit 35 bis 36 Prozent ausgewiesen - und deutlich dahinter die SPÖ und die FPÖ. Diese beiden allerdings mit leicht unterschiedlichen Werten: OGM hat die SPÖ mit 23 Prozent deutlich vor der FPÖ (20 Prozent) auf Platz 2. Bei Research Affairs liegen die FPÖ mit 20 knapp hinter der SPÖ mit 21 Prozent - und Hajek/”profil” sieht Rot und Blau gleichauf mit jeweils 20 Prozent.

Die ÖVP kann also auch nach dem jetzigen Stand mit einem Zuwachs zu den 31,5 Prozent aus 2017 rechnen - aber sie hat über den Sommer ein wenig abgebaut. Denn seit der Veröffentlichung des „Ibiza-Videos” stand den ÖVP den ganzen Sommer über bei 37/38 Prozent.

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer und der Politikwissenschafter Peter Filzmaier orten denn auch ein wenig Sand im türkisen Wahlkampf-Getriebe: „Derzeit ist in den Umfragen die sinkende Tendenz vor allem auch darauf zurückzuführen, dass im Prinzip der Kanzlerbonus fehlt”, die Medienpräsenz sei deutlich geringer als zur Zeit seiner Kanzlerschaft, sagte Bachmayer im Gespräch mit der APA.

Probleme des Ex-Regierungspartners FPÖ

Auch die Probleme des Ex-Regierungspartners FPÖ nach der Ibiza-Affäre hätten Auswirkungen auf die ÖVP - wenngleich weniger als vielleicht anzunehmen wäre. Denn die Wählerschaft würde dies zunehmend in die Kategorie „das ist bei allen Politikern so” einordnen, daher sei die Sache quasi „gegessen”.

Noch mehr gelte diese Einschätzung für die „Schredder-Affäre”, die Posten-Vergabe bei den Casinos Austria an FPÖ-Politiker und die zuletzt bekannt gewordenen Großspenden an die ÖVP. In Summe aber schade das der ÖVP schon, meint Bachmayer.

 „In die Rolle des Reagierenden geraten”

Auch für Filzmaier ist die ÖVP im Sommer „in die Rolle des Reagierenden geraten”. Dadurch habe sie eigene Themen nicht wirklich setzen können. Die wahre Gefahr für die ÖVP liege aber darin, „am eigenen Erwartungsspiel” zu scheitern: Alles unter 35 Prozent Ergebnis und unter zehn bis 15 Prozentpunkte Vorsprung wäre „schon fast wieder enttäuschend”, so Filzmaier. Er führt den leichten Umfragen-Rückgang vor allem auf das Fehlen einer erzählbaren „Geschichte” zurück. Im Wahlkampf 2017 habe Kurz mit dem Motto „Veränderung” gepunktet. Das versuche die ÖVP zwar mit dem Slogan „Unser Weg hat erst begonnen” fortzusetzen.

„Das funktioniert aber nicht, wenn man schon Bundeskanzler war und die Koalition geplatzt ist”, sagte Filzmaier. Das von SPÖ, FPÖ und Liste Pilz mitgetragene Misstrauensvotum gegen die Regierung Kurz könnte im Rückblick daher doch ein strategisch richtiger Schritt der ÖVP-Konkurrenten gewesen sein, sind sich die beiden Experten einig.

apa

Stefan Laner, Mühlwald

Erst gemeinsame Sache machen, mit der FPÖ, und dann auch noch vom Volk bejubelt. Womöglich für den 12 Stunden Arbeitstag, den Herr Kurz in Österreich eingeführt hat. Österreicher wollen halt gerne für eine Mindestpension arbeiten.

26.08.2019 13:04 Uhr

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1 Kommentar

 

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