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Artikel vom Freitag, 9. März 2018

Papst baut Wahlgremium für Nachfolger deutlich um

Vor genau 5 Jahren hielten genügend der damals 115 Wähler im Konklave Papst Franziskus für den richtigen Kapitän, um einen neuen Kurs für die katholische Kirche einzuschlagen. Kardinäle kommen und gehen – und wer als Brückenbauer seinen Baustil über die eigene Amtszeit hinaus fortgesetzt wissen will, muss eben auch dieses Wahlgremium in seinem Sinne prägen.

Vor genau 5 Jahren hielten genügend der damals 115 Wähler im Konklave Papst Franziskus für den richtigen Kapitän.

Vor genau 5 Jahren hielten genügend der damals 115 Wähler im Konklave Papst Franziskus für den richtigen Kapitän.

Was ist in den 5 Jahren im Kardinalskollegium passiert? Und wie lange braucht Franziskus noch, um es so entscheidend zu prägen und sein Erbe zu sichern, damit das kirchenpolitische Pendel nicht womöglich wieder in eine andere Richtung ausschlägt?

Kardinäle, so wollen es die Vorschriften seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), verlieren mit Erreichen der Altersgrenze von 80 Jahren ihr Stimmrecht bei der Papstwahl. Zudem hat Johannes Paul II. (1978-2005) die Obergrenze der Wähler auf 120 festgelegt. Das heißt: Die Zusammensetzung des päpstlichen Ältestenrates kann sich binnen weniger Jahre gründlich ändern.

Die Problemkinder der Weltkirche 

Franziskus hat bei seinen bisher 4 Konsistorien eifrig Kardinäle in eigener Sache gemacht; insgesamt 61, davon 49 Wähler – also unter 80-Jährige. Er ist dabei, wie meist, vor allem „an die Ränder“ gegangen: Tonga statt Berlin, Kapverden statt Venedig. Solcherart ernst genommene Problemkinder der Weltkirche werden beim nächsten Konklave wohl eher nicht den Kandidaten des alteuropäischen Establishments wählen.

Bei der vatikanischen „Reise nach Jerusalem“ gab es zuletzt einige Monate ohne neue Leerstellen – bis im Februar der italienische Kurienkardinal Antonio Maria Veglio und auch der Alterzbischof von Palermo, Paolo Romeo, qua Alter aus dem Kreis der Papstwähler ausgeschieden sind. Bis Anfang Juni werden noch weitere 4 Plätze im Wahlkollegium frei.

Das gibt Raum für neue „vom Rand“ – zumal von den 6 Ausscheidenden allein 4 Italiener sind: neben Veglio und Romeo geht es um die Kurienkardinäle Francesco Coccopalmerio (6. März) und Angelo Amato (8. Juni). Dazu kommen der portugiesische Kurienkardinal Manuel Monteiro de Castro (29. März) und aus Vietnam der frühere Erzbischof von Hanoi, Pierre Nguyen Van Nhon (1. April). Danach ist dann voraussichtlich wieder ein gutes halbes Jahr Pause. Einiges spricht also für ein Konsistorium am Hochfest Peter und Paul (29. Juni). Schon vor einem Jahr hatte Franziskus Ende Juni die Gunst der Stunde genutzt, um die entstandenen Lücken optimal auszufüllen und aufzustocken – etwa mit Wählern aus dem mehrheitlich lutherischen Schweden, aus Mali, Laos und El Salvador.

apa/kap

 

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