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Artikel vom Dienstag, 5. Juni 2018

Zwischen Mythos und Masse – 70 Jahre Porsche

Die erste Million ist bekanntlich die schwerste. Porsche hat fast 50 Jahre gebraucht, bis die erste Million Sportwagen stand. 1996 war das. Seither hat das Tempo deutlich angezogen. Für die jüngste Million waren keine 5 Jahre mehr nötig, allein 2017 liefen mehr als 255.000 Porsche vom Band.

Porsche hat fast 50 Jahre gebraucht, bis die erste Million Sportwagen stand.

Porsche hat fast 50 Jahre gebraucht, bis die erste Million Sportwagen stand. - Foto: APA/AFP

Der Autobauer aus dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen wächst und wächst und eilt von einem Rekord zum nächsten. Mehr Absatz, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Aber auch wieder mehr Sorgen. Porsche steckt mittendrin im Skandal um manipulierte Abgaswerte. An diesem Freitag wird der 70. Geburtstag gefeiert. Am 8. Juni 1948 bekam der 356 Nr. 1 Roadster – gebaut in Gmünd in Kärnten – seine Betriebserlaubnis, der erste Wagen, der den Namen Porsche trug. Das Datum gilt daher als Geburtsstunde der Marke.

Größter Auftrag: Entwicklung des VW-Käfer-Vorläufers

Zwar hatte Ferdinand Porsche schon vorher Fahrzeuge entwickelt und konstruiert. Sein größter Auftrag war die Entwicklung des VW-Käfer-Vorläufers in der Nazi-Zeit, zunächst „KdF-Wagen“ genannt, mit dem Adolf Hitler die Massen motorisieren wollte. Erst sein Sohn Ferry aber brachte den 356 auf den Markt und hob damit den Sportwagenbauer Porsche aus der Taufe. Der silberne 356 hatte 35 PS, weder Dach noch Außenspiegel und auch sonst natürlich nicht viel gemein mit dem, was man heute so fährt. Aber dass ein Porsche ein Porsche ist, sagen Fans und Kenner, hat man seither jedem einzelnen Modell sofort ansehen können.

Weniger bekannt ist, dass Porsche seinen „Sitz“ auch einmal in Österreich hatte – und zwar in Gmünd in Kärnten (Bezirk Spittal an der Drau). Von 1944 bis 1950 befand sich dort die Konstruktions- und Produktionsstätte des Autobauers. Die Verlegung ins Gebirge erfolgte auf Anordnung von NS-Regimes, um im späten Zweiten Weltkrieg mehr Schutz vor Bombenangriffen zu haben. Also verlegte Ferdinand Porsche im November 1944 den Sitz des Konstruktionsbüros ins enge Oberkärntner Liesertal – Name: Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H.

In Gmünd wurde sogar das erste Auto mit dem Namen „Porsche“ hergestellt: der Porsche 356 Nr. 1 Roadster von 1948. 1950 ging Porsche zurück zum Firmensitz Stuttgart-Zuffenhausen zurück. Der Standort Gmünd wurde im März 1951 aufgegeben. Ein Porsche-Museum erinnert dort noch heute an die alten Zeiten.

apa/dpa

 

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