Startseite » PR Tipps und Events

Artikel vom Montag, 20. August 2018

Heiterkeit und Melancholie bei „südtirol festival merano. meran“

Das Mariinsky Orchestra St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev eröffnete am Mittwoch, 22. August, die Meraner Musikwochen, das „südtirol festival merano. meran“.

Valery Gergiev. Foto: Damian Pertoll

Valery Gergiev. Foto: Damian Pertoll

Das Kurhaus im Zeichen der Musik. Foto: Veranstalter

Das Kurhaus im Zeichen der Musik. Foto: Veranstalter

Am 22. August eröffnete das Mariinsky Orchestra St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev das „südtirol festival merano. meran“, auch bekannt unter Meraner Musikwochen. Auf dem Programm standen an diesem Abend drei Klassik-Hits: Die „Prélude à l'après-midi d'un faune“ von Claude Debussy, die 4. „italienische“ Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Peter Tschaikowskys Manfred-Sinfonie. 

Ende des 19. Jahrhunderts übersetzt Debussy,dessen Tod sich 2018 zum 100. Mal jährt, Stéphane Mallarmésberühmtes Gedicht über den „Nachmittag eines Fauns“, der SiziliensKüsten „eitel plündert“,in ein impressionistisches „Vorspiel“. Mediterrane Naturbilder prägen auch Mendelssohns Sinfonie. „Es wird das lustigste Stück, das ich gemacht habt“, schreibt der Komponist über dieses Stück, das die Eindrücke einer „italienischen Reise“ verarbeitet. Die Alpen wurden für Lord Byron und Tschaikowsky zu einem wichtigen Fluchtpunkt: Der Literat positioniert sein poetisches Drama „Manfred“ über verbotene Liebe und Lebensmüdigkeit in einer romantisch-alpinen Szenerie, der Komponist verfasst dazu in Davos sein umfangreichstes Orchesterwerk. Dabei wird ihm „Manfred“ zur Identifikationsfigur. Seiner Gönnerin Nadeschda von Meckoffenbart er: „Ich arbeite an einem sinfonischen Werk, dessen Inhalt so tragisch ist, dass auch ich mich langsam in einen Manfred verwandle.“

St. Petersburger-Dirigenten-Schule

Valery Gergievist ein vitaler und energischer Repräsentant der St. Petersburger-Dirigenten-Schule und ein Schüler des legendären Professors Ilya Musin. Während er am Konservatorium in Leningrad studierte, gewann er den Herbert-von-Karajan-Wettbewerb in Berlin und den Allunions-Dirigentenwettbewerb in Moskau. Danach wurde er als Assistent des Chefdirigenten in das Kirov-Theater (das heute – wie vor der Oktoberrevolution – wieder Mariinsky heißt) eingeladen. Am 12. Januar 1978 debütierte er dort als Dirigent mit Sergej Prokofievs Oper „Krieg und Frieden”. 1988 wurde Valery Gergiev zum Musikdirektor des Mariinsky-Theaters ernannt, 1996 wurde er dessen künstlerischer Leiter und Generaldirektor und übernahm damit die Verantwortung für die Sparten Orchester, Oper und Ballett.

Die Geschichte des Mariinsky Orchestersreicht bis zum ersten kaiserlichen Opernorchester in St. Petersburg zurück und umfasst einen Zeitraum von fast  200 Jahren In den zwei Jahrzehnten führte Valery Gergiev das Orchester mit einem breiten Repertoire in der Oper, im Ballett und in der sinfonischen Musik zu einer neuen Blüte. Seine eigene Konzerttätigkeit ist ebenfalls intensiv: Von 1995 bis 2008 war der Chefdirigent des Rotterdam Philharmonic und von 2007 bis 2015 leitete er als Chefdirigent das London Symphony Orchestra. Seit dem Herbst 2015 führt der Maestro – ebenfalls als Chefdirigent – die Münchner Philharmoniker.

23 Top-Konzerte

Vom 22. August bis zum 21. September bietet das „südtirol festival merano. meran“ 23 Top-Konzerte an. Im Mittelpunkt des Konzertkalenders steht das sinfonische Programm (classic): So spielen im Kursaal die LGT Young Soloists – Hochbegabte im Alter von 14 bis 23 Jahren – selten aufgeführte Musik, wie die Carmen Fantasie des Hollywood-Komponisten Franz Waxman oder Virtuosenstücke der drei Starcellisten Giovanni Sollima, Giovanni Bottesini und David Popper.

Das von Iván Fischergeführte Budapest Festival Orchester reist mit drei Solisten an und präsentiert „ungarische“ Musik von Brahms und Liszt als volkstümliche Kunstmusik, die Staatskapelle Dresden unter Alan Gilbert, der von 2009 bis 2017 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra war und ab 2019 das Elbphilhamonie Orchester in Hamburg übernehmen wird, interpretiert mit der Ausnahmegeigerin Lisa Batiashvili Prokofievs 2. Violinkonzert und der Countertenor Philippe Jaroussky besucht mit Arien und Duetten aus Händel-Opern die bunte Traumfabrik des barocken Musiktheaters.

Martha Argerich füllt den Klangraum von Franz Liszts 1. Klavierkonzert mit ihrer Interpretation aus, bevor das Youth Orchestra of Bahia aus Brasilien mit temperamentvoller Musik von Bernstein, Gershwin oder Marquez in die „neue Welt“ übersetzt. Das von Kristjan Järvi geleitete Baltic Sea Philharmonic feiert mit der norwegischen Violinistin Mari Samuelsen die vor 100 Jahren erfolgte Unabhängigkeit der baltischen Staaten mit musikalischen Landvermessungen in den Ostsee-Regionen und das Philharmonia Orchestra London unter Esa-Pekka Salonen schließt die classic-Reihe mit Bruckners 7. Sinfonie ab.

STOL war bei der Eröffnung on Tour und zeigt die besten Bilder. 

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos