Mittwoch, 27. Mai 2015

13-Jährige vergewaltigt - Zehn Jahre Haft

Weil er die minderjährige Nichte seiner Lebensgefährtin vergewaltigt haben soll, wurde am Mittwoch ein Mann aus Südamerika am Bozner Landesgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt.

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Foto: © STOL

Der Südamerikaner lebte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin in Südtirol, ebenso deren Schwester mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Sie alle stammten ebenfalls aus Südamerika.

An einem Abend im Juli 2014 saß die ganze Familie versammelt im Wohnzimmer, es wurde Bier getrunken.

Während die Eltern schlafen gingen, blieb der Mann mit dem Mädchen, das ebenfalls Bier getrunken hatte, alleine zurück. Diese Situation soll der 41-Jährige ausgenutzt und die Minderjährige vergewaltigt haben.

Mutter stellt Mann zur Rede - Dieser ergreift die Flucht

Als die Mutter später in der Nacht hörte, dass ihre Tochter weinte, forderte sie eine Erklärung. Sie stellte den Lebensgefährten ihrer Schwester zur Rede, woraufhin dieser die Flucht ergriff.

Zuerst reiste er nach Spanien, wo er durch einen internationalen Haftbefehl bald von den Behörden ausfindig gemacht wurde. Daraufhin floh er erneut, diesmal nach Holland, um von Amsterdam nach Südamerika zu fliegen. 

Diese Entscheidung wurde dem 41-Jährigen zum Verhängnis: Da Holland den Südamerikanern wegen des Drogenhandels misstrauisch gegenübersteht, kontrollierten sie den Mann genauer und holten ihn - kurz bevor der Flieger abheben konnte - aus dem Flugzeug.

Zehn Jahre Haft und 70.000 Euro Schadenersatz

Die Behörden brachten den Südamerikaner in das Gefängnis von Montorio Veronese, wo er auf seinen Prozess vor dem Bozner Landesgericht wartete.

Staatsanwältin Luisa Mosna hatte zwölf Jahre Haft gefordert, Richter Walter Pellino legte im verkürzten Verfahren das Strafmaß am Mittwoch auf zehn Jahre und 70.000 Euro Schadenersatz fest. 50.000 Euro davon sollen an die Tochter, 20.000 Euro an die Eltern gehen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung kündigte an, Berufung einzulegen.

liz

stol