Donnerstag, 06. Juni 2019

17-Jährige hungert sich zu Tode

Die Geschichte der 17-jährigen Niederländerin Noa Pothoven sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Sie war als Kind mehrfach vergewaltigt worden und litt seitdem an unerträglichen psychischen Schmerzen. Im Tod sah die junge Frau ihren einzigen Ausweg. Nicht nur der Vatikan reagiert mit Bestürzung.

Noa Pothoven. - Foto: Instagram
Noa Pothoven. - Foto: Instagram

Noa war in ihrer Kindheit mehrmals sexueller Gewalt ausgesetzt. Das Mädchen litt daraufhin unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen. Nachdem ein Euthanasieansuchen an die niederländischen Behörden abgelehnt wurde,  war die junge Frau am Boden zerstört. 

Noa entschied, ihrem Leiden auf anderem Wege ein Ende zu bereiten und keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Alles, was sie wolle, sei es, ihren Frieden zu finden. „Dieses Leben will ich nicht mehr“, schrieb sie auf ihrem Instagram-Account. Und so geschah es. Laut Medienberichten wurde sie nicht weiter über einen Schlauch in ihrer Nase not-ernährt. In den Niederlanden ist es Ärzten nämlich nicht erlaubt, Patienten weiter zu behandeln, wenn der Patient Hilfe ablehnt. Ihre Eltern trugen die Entscheidung ihrer Tochter am Ende mit.

Eltern waren bei ihr

Vor wenigen Tagen starb sie schließlich im Haus ihrer Eltern in der niederländischen Stadt Arnhem. Am Mittwochabend veröffentlichten Noas Eltern eine Nachricht in der niederländischen Tageszeitung „De Gelderlander“. Wir, die Eltern von Noa Pothoven, trauen tief um unsere Tochter. Noa hatte sich entschieden, nicht mehr zu essen oder zu trinken. Wir wollen betonen, dass dies der Grund für ihren Tod war. Wir waren bei ihr, als sie am Sonntag verstarb. Wir bitten die Öffentlichkeit, unsere Privatsphäre zu respektieren, sodass wir als Familie trauern können." 

Papst meldet sich zu Wort

„Euthanasie und assistierter Suizid sind eine Niederlage für uns alle. Die Antwort, zu der wir aufgerufen sind, ist, die Leidenden niemals im Stich zu lassen, nie zu resignieren, sondern uns ihrer mit Fürsorge und Liebe anzunehmen, um Hoffnung zu schenken“, twitterte der Papst.

Auch der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, erklärte sich geschockt. „Das Ganze ist auf jeden Fall eine derbe Niederlage, gerade für die europäische Gesellschaft. Wenn ich daran denke, dass die nordeuropäischen Länder als fortschrittliche und reiche Nationen gelten, wo man gut lebt, dann sehe ich, dass gerade dort Einsamkeit und Isolation sehr stark sind. Da fühlt man sich vielleicht reich und wohlhabend, gleichzeitig aber ganz alleine und deshalb so zerbrechlich“, so Paglia. 

stol

stol