Freitag, 13. September 2019

„2016 war ich sauber, ich habe nicht gelogen!“

RIS-Chefermittler Giampietro Lago formuliert seine Gutachten immer sehr mit Bedacht, doch im Beweissicherungsverfahren vor Richter Walter Pelino sprach er am Donnerstag Klartext: Die hohe DNA-Dichte in der Urin-Probe von Alex Schwazer sei „eindeutig eine Anomalie“. Was Schwazer und sein Verteidiger Gerhard Brandstätter dazu sagten, sehen und lesen Sie hier.

Alex Schwazer und Verteidiger Gerhard Brandstätter am Landesgericht Bozen am Donnerstag. - Foto: DLife
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Alex Schwazer und Verteidiger Gerhard Brandstätter am Landesgericht Bozen am Donnerstag. - Foto: DLife

Ein neues Gutachten soll nun klären, wie die Anomalie zustande kommen konnte. Das hat zumindest Schwazer-Verteidiger Gerhard Brandstätter beantragt. Die DNA-Dichte bzw. der Abbau soll genau für den Zeitraum simuliert werden, der zwischen der Abgabe von Schwazers Urin-Probe am 1. Jänner 2016 in Kalch und der ersten Analyse der RIS lag – knapp 2 Jahre. Richter Pelino hat sich die Entscheidung am Donnerstag vorbehalten und wird sie voraussichtlich in den nächsten Tagen treffen. 

Gerhard Brandstätter gab nach der Verhandlung ein kurzes Statement ab. Er betonte, dass die Verhandlung wie erwartet hart umkämpft war, zeigte sich aber zuversichtlich, da Chefermittler Lago schwerwiegende Anomalien in der DNA-Probe bestätigt hat.

Dass das Thema Alex Schwazer die Sport-Welt elektrisiert, wurde am späten Donnerstagnachmittag einmal mehr deutlich. Beim Beweissicherungsverfahren im Landesgericht Bozen waren rund 30 Journalisten aus dem In- und Ausland zugegen. Sie bekamen einen locker auftretenden Alex Schwazer zu sehen, der vor Beginn der Anhörung sagte: „Ich habe immer an Gerechtigkeit geglaubt und werde das weiterhin tun, auch wenn sich das alles noch über Monate hinziehen sollte.“ (SportNews hat berichtet)

Schwazers Herzenswunsch

In einem Statement betont Schwazer im Anschluss an die Verhandlung am Bozner Landesgericht, dass er einen ganz bestimmten Herzenswunsch habe: „Es soll Schwarz auf Weiß stehen, dass ich unschuldig bin.“

„2016 war ich sauber. Ich habe nicht gelogen und mir wurde da sehr viel genommen“, so Schwazer weiter. Schwazer war nach der positiven Dopingprobe 2016 von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen und für 8 Jahre gesperrt worden. Nun hat der Wipptaler allen Grund zur Hoffnung, dass sein Wunsch in Erfüllung geht: RIS-Chefermittler Oberst Giampietro Lago bestätigte gegenüber Richter Walter Pelino, dass in Schwazers verhängnisvoller Doping-Probe, abgegeben am 1. Jänner 2016, eine abnormal hohe DNA-Dichte im Urin enthalten sei. „Schwazers DNA-Wert ist eine Anomalie“, so Lago.

Schwazer schließt in dem Statement übrigens ein sportliches Comeback aus. 

D/stol

stol