Mittwoch, 17. Januar 2018

30-Jähriger muss für Prostituiertenmord lebenslang ins Gefängnis

Wegen Mordes an einer Prostituierten in ihrem „Lovemobil“ bei Peine in Niedersachsen muss ein 30-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Hildesheim sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Mann die Frau am 4. November 2016 getötet und ihre Tageseinnahmen von etwa 500 Euro sowie ihr Handy gestohlen hat.

Wegen Mietschulden hatte der Mörder die Prostituierte überfallen.
Wegen Mietschulden hatte der Mörder die Prostituierte überfallen. - Foto: © shutterstock

Wegen seiner Mietschulden in Höhe von rund 2500 Euro und damit seine Freundin nicht immer alles bezahlen muss, habe der Angeklagte spontan den Entschluss gefasst, die Prostituierte zu überfallen, erläuterte der Vorsitzende Richter Peter Peschka das Urteil. Der 1,97 Meter große arbeitslose Deutsche hatte die Tat stets bestritten, sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert.

Falscher Verdächtigter ein halbes Jahr in Untersuchungshaft

Nach dem Gewaltverbrechen in dem Wohnwagen war zunächst ein Kunde der Ungarin verhaftet worden. Der 45-jährige Ingenieur saß rund ein halbes Jahr unschuldig in Untersuchungshaft. Erst ein anonymes Schreiben, das bei Polizei und Staatsanwaltschaft einging, brachte die Ermittler auf die Spur des wahren Täters.

Hinter dem Brief steckte der ehemals beste Kumpel des Mörders, der während der Tat auf dem Parkplatz wartete. Er habe sich erst so spät bei den Behörden gemeldet, weil der Täter gedroht habe, seiner Familie etwas anzutun, sagte der Mann als Zeuge aus. Der 45-jährige Ingenieur wurde im Juli freigesprochen.

Der Verteidiger des 30-Jährigen kündigte nach der Verhandlung an, dass sein Mandant wahrscheinlich Revision beantragen werde.

dpa

stol