Montag, 11. Dezember 2017

3.000 Obdachlose schlafen in Rom auf der Straße

Die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio hat sich besorgt über die Lage der Obdachlosen in Rom geäußert. Schätzungsweise 3.000 Obdachlose fänden in der italienischen Hauptstadt keine Schlafstätte und müssten im Freien übernachten, teilte Sant'Egidio in Rom am Montag mit.

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Anlass war die Vorstellung neuen Ausgabe des Rom-Führers für Obdachlose, den die Gemeinschaft seit 28 Jahren herausgibt. Insgesamt gibt es nach einer Schätzung des italienischen Statistikamtes Istat in Rom 7.500 Obdachlose. 2.500 Obdachlose werden in Pfarren, oder Unterkünften untergebracht, die von karitativen Verbänden zur Verfügung gestellt werden. Weitere 2.000 Obdachlose verbringen die Nacht in verlassenen Gebäuden oder Barackensiedlungen.

Die Stadt Rom ist von schweren Wohnungsproblemen geplagt. Circa 10.000 Familien würden auf eine Sozialwohnung warten. Dabei gebe es in der Stadt 250.000 leer stehende Wohnungen, klagte Sant Egidio-Präsident Marco Impagliazzo. Problematisch sei auch die Einsamkeit vieler Menschen in der Großstadt. 600.000 Menschen leben in Rom allein.

In den vergangenen Jahren sind in den Wintermonaten in Rom wiederholt Obdachlose erfroren. Zudem starben etliche von ihnen an überhöhtem Alkoholkonsum. Papst Franziskus ist die Fürsorge für Obdachlose ein besonderes Anliegen. Nachdem der Vatikan unter den Kolonnaden des Petersplatzes Duschen und einen Friseursalon für Obdachlose eingerichtet hat, können Bedürftige seit April auch eine spezielle Wäscherei nutzen.

Im vergangenen Jänner verteilte das Almosenamt auf Wunsch des Papstes spezielle Bergsteiger-Schlafsäcke, die für Temperaturen bis zu minus zwanzig Grad ausgelegt seien.

apa

stol