Aus diesem Anlass lud Volksanwältin Gabriele Morandell heute zur offiziellen 40-Jahr-Feier in den Südtiroler Landtag. An den Feierlichkeiten nahmen nicht nur die ehemaligen Volksanwälte Werner Palla und Burgi Volgger teil, sondern unter anderem auch Mitglieder der Landesregierung, Landtagsabgeordnete, Volksanwälte und Bürgerbeauftragte aus verschiedenen Regionen Italiens und dem Ausland, Kammerabgeordneter Dieter Steger und Inps-Vizepräsidentin Luisa Gnecchi.<BR /><h3> Neue Anlaufstelle für die Bürger</h3>In ihrer Festrede blickte Volksanwältin Morandell auf die vergangenen 40 Jahre zurück, aber auch nach vorne. Mit dem 1983 verabschiedeten Gesetz „lag Südtirol genau im Trend der Zeit, da in den verschiedenen europäischen Regionen diese Idee des Volksanwaltes, des Bürgerbeauftragten oder der sogenannten Ombudsstelle als wichtig empfunden wurde und diese neuen Anlaufstellen für die Bürger eingerichtet wurden“. <BR /><BR />Wenn das Gesetz auch lediglich 14 Artikel und wenige Kompetenzen umfasste, die dann nach und nach ausgeweitet wurden.<BR /><BR />Bereits die Volksanwälte Steger und Werner Palla hätten sich in ihren Jahresberichten immer wieder über die mangelnde Bürgernähe der öffentlichen Verwaltung beschwert. „An diesen Kritikpunkten hat sich bis heute nichts geändert“, betonte Morandell und ergänzte, dass die Arbeit der Volksanwälte nicht immer reibungslos und ohne Konflikte verlaufen sei.<h3> Immer mehr Bürger wenden sich an die Volksanwaltschaft</h3>Die Zahl der Bürger, die sich an die Volksanwaltschaft wenden, so Morandell weiter, habe in den 40 Jahren stetig zugenommen: „Zurückzuführen ist dies einerseits auf den gestiegenen Bekanntheitsgrad der Einrichtung aber, andererseits steigt grundsätzlich auch die Zahl der Menschen, die sich in der öffentlichen Verwaltung nicht mehr zurechtfinden.“ Ein Teil dieser Verunsicherung im Umgang mit der öffentlichen Verwaltung sei der Digitalisierung geschuldet, gerade bei älteren Menschen.<BR /><BR />Die Arbeitsschwerpunkte der Volksanwaltschaft hätten sich im Laufe der Jahre immer wieder geändert und seien heute vielfältig. Mit Erklärungen könne man einiges an Frust bei den Bürgern abbauen, erst dann, wenn der Bürger nicht mehr versteht, was die öffentliche Verwaltung von ihm will, wende er sich ab, so Morandell.<h3> „Volksanwaltschaft ist gut aufgestellt“</h3>Die Südtiroler Volksanwältin sieht eine gesicherte Zukunft der Volksanwaltschaft in Europa, wobei die Volksanwaltschaften in Italien in ihrer Rolle und in ihren wichtigen Aufgaben für den Bürger in einigen Regionen Italiens noch nicht so geschätzt und wahrgenommen würden, wie es notwendig wäre. „Hier gilt es“, unterstrich Morandell, „als Südtiroler Volksanwaltschaft, die gut aufgestellt ist, Vorbildfunktion einzunehmen und die Kollegen zu unterstützen.“ <BR /><BR />Die Volksanwaltschaft habe in den 40 Jahren sehr viel wertvolle Arbeit für Bürger geleistet. Dies gelte es anzuerkennen und weiterhin zu fördern und die Tätigkeit der Volksanwaltschaft zu unterstützen. „Nicht dienlich dabei sind die politischen Diskussionen, die Aufgaben der Volksanwaltschaft durch die Schaffung von kleinen Fachvolksanwälten zu zersplittern“, sagte Morandell. Dies führe über kurz oder lang zu unübersichtlichen Zuständigkeiten und Doppelgleisigkeiten, die keinen Platz haben dürften.<BR />