Donnerstag, 01. September 2016

Ab heute macht sich Vatersein extra bezahlt

Einen Aufschlag von bis zu 800 Euro aufs Landesfamiliengeld gibt es ab 1. September 2016 für Väter, die im Privatsektor arbeiten und Elternzeit beanspruchen.

Zeit für die Lieben: Das Land unterstützt Väter, die sich Elternzeit nehmen. Auch finanziell.
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Zeit für die Lieben: Das Land unterstützt Väter, die sich Elternzeit nehmen. Auch finanziell. - Foto: © shutterstock

Die entsprechenden Kriterien wurden vor kurzem von der Landesregierung genehmigt. Der Zusatzbeitrag trägt den Namen „Landesfamiliengeld +“. Der Beitrag wird zusätzlich zum Landesfamiliengeld ausbezahlt.

Väter nehmen seltener Elternzeit

„Väter verdienen im Durchschnitt mehr als Mütter und nehmen daher die Elternzeit kaum in Anspruch“, sagte Familienlandesrätin Waltraud Deeg damals. Im Moment nutzen nur knapp 10 Prozent der Väter die Möglichkeit der Elternzeit. Mit dem Landesfamiliengeld + sollen Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, unterstützt werden.

Landeshauptmann Arno Kompatscher äußerte den Wunsch, "dass sich durch dieses Pilotprojekt das Rollenverständnis insgesamt verändert und es zu einer fairen Aufteilung der Familienlasten kommt".

Und so funktioniert’s

Väter, die während ihrer Elternzeit, die 2 bis 3 Monate dauern muss, ganz auf ihr Gehalt verzichten, werden mit 800 Euro pro Monat unterstützt.

Väter, die 30 Prozent ihres Einkommens weiter beziehen, werden mit 400 Euro unterstützt.

Wer für einen Monat 30 Prozent seines Gehalts bekommt und im zweiten Monat kein Geld erhält, bekommt 600 Euro monatlich.

Das Landesfamiliengeld+ gilt für Väter, die in der Privatwirtschaft angestellt sind und in den ersten 18 Lebensmonaten des Kindes die Elternzeit für einen Zeitraum von mindestens 2 aufeinanderfolgenden Monaten in Anspruch genommen haben.

Familie, welche für das Landesfamiliengeld + ansuchen, müssen die Voraussetzungen für den Zugang zum Landesfamiliengeld erfüllen und bereits ein Ansuchen hierfür gestellt haben. Es gilt für Kinder, die zwischen dem ersten Jänner 2016 und dem 31. Dezember 2018 zur Welt kommen.

Der Zusatzbeitrag steht nicht zu, wenn das Kind in dem Zeitraum, für den der Beitrag beantragt wird, einen Kleinkinderbetreuungsdienst besucht hat.

Ab heute ansuchen

Anträge für heuer können ab dem 1. September 2016 bei der Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (ASWE) oder bei einem Patronat gestellt werden, allerdings erst, wenn die Elternzeit, für die angesucht wird, beendet ist. Ab diesem Zeitpunkt hat die Familie 90 Tage Zeit, das Ansuchen einzureichen.

Die Auszahlung des Beitrages erfolgt einmalig zusammen mit dem Landesfamiliengeld. Der Beitrag wird auf das Bankkonto, das für das Landesfamiliengeld angegeben wurde, überwiesen. 

stol