Spätestens seit dem Frühjahr 2020 lässt allein der Begriff „Virus“ allgemein aufhorchen. Damals hätten wohl die wenigsten gedacht, dass ein kleiner Erreger die ganze Welt für mehrere Jahre in Atem halten könnte. Der Rest ist Geschichte.<BR /><BR />Nun – mehr als 2 Jahre später – lässt ein nächstes Virus aufhorchen. Während die Corona-Infektionszahlen weiter nach oben gehen, werden aus immer mehr Ländern Ansteckungen mit den sogenannten Affenpocken gemeldet. Und schon schrillen bei vielen Menschen die Alarmglocken. Steht die nächste Pandemie vielleicht schon vor der Haustür, noch bevor die aktuelle endlich ein Ende gefunden hat?<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="208906" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR />Dr. Elke Maria Erne, die Primarin der Abteilung für Infektionskrankheiten am Krankenhaus Bozen, gibt Entwarnung: „Das Affenpocken-Virus ist bei Weitem nicht so infektiös und aggressiv wie das Coronavirus und auch die Übertragung ist viel unwahrscheinlicher“, beruhigt sie. <BR /><BR /><b>Übertragung nur durch direkten Kontakt mit Trägerflüssigkeit <BR /></b><BR />Während die aktuell kursierenden Corona-Varianten so ansteckend sind, dass nur mehr in den wenigsten Fällen nachvollzogen werden kann, wer sich wo infiziert hat, müsse bei den Affenpocken nämlich schon ein sehr naher zwischenmenschlicher Kontakt bestanden haben, dass eine Übertragung überhaupt möglich ist. „Die Viren befinden sich in der Flüssigkeit in den Bläschen auf der Haut von Personen, bei denen die Krankheit ausgebrochen ist. Mit dieser muss die Kontaktperson in Berührung kommen, damit das Risiko einer Ansteckung besteht“, erklärt Erne. <BR /><BR /><embed id="dtext86-55323930_quote" /><BR /><BR />Meist geschehe dies durch Hautkontakt, Mund-zu-Mund-Berührungen oder den Geschlechtsverkehr. Zudem könnten die Viren bei einer akuten Infektion auch auf der Bettwäsche oder der Kleidung landen, sodass eine Übertragung auf enge Kontaktpersonen wie Ehepartner oder Familienmitglieder nicht ausgeschlossen werden kann. Und wie sieht es mit der sogenannten Tröpfcheninfektion aus? „In manchen Fällen kann eine Ansteckung sehr wohl auch durch Aerosole erfolgen. Allerdings muss in dem Fall eine unmittelbare Nähe zwischen zwei Menschen bestanden haben. Zusammen im gleichen Raum zu sitzen, genügt dafür nicht“, sagt Erne. <BR /><BR /><b>Auch nach dem Risikokontakt kann noch geimpft werden<BR /></b><BR />Die Notwendigkeit einer großflächigen Impfung ist für die Primarin daher nicht gegeben. Sinn mache eine Immunisierung am ehesten für das Sanitätspersonal sowie für jene Menschen, die unmittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten. „Wenn man weiß, dass das reale Risiko einer Ansteckung besteht, ist es für eine Impfung immer noch nicht zu spät“, klärt Erne auf. <BR /><BR />Die Inkubationszeit des Virus betrage nämlich im Schnitt 7 bis 14 Tage, wobei es in manchen Fällen auch bis zu 3 Wochen dauern kann, bis die Krankheit ausbricht. Deshalb sei es auch angeraten, nach dem Zusammentreffen mit einem Infizierten für rund 21 Tage den eigenen Körper im Auge zu behalten und auf eventuelle Veränderungen zu achten, um sich gegebenenfalls Hilfe zu holen. <BR /><BR />Und was passiert, sollte man sich das Virus tatsächlich eingefangen haben. „In den allermeisten Fällen verläuft die Krankheit ohne größere Probleme. Der überwiegende Teil der Patienten benötigt keinen stationären Aufenthalt im Krankenhaus“, erklärt die Primarin. Zu befürchten sei bei starker Ausprägung der Symptome eine Häufung von Bläschen am ganzen Körper – ähnlich wie bei einer starken Windpockeninfektion – und in manchen Fällen eine Übertragung auf die Lunge. „Allerdings keineswegs so gefährlich wie beim Coronavirus“, beruhigt Elke Maria Erne abschließend.