Sonntag, 24. Juli 2016

Amokläufer von München hat sich Waffe im Darknet beschafft

Der 18-jährige Schüler David Ali S., der am Freitagabend 9 Menschen in München erschossen hat, besaß zahlreiches Informationsmaterial über Amokläufe und hat laut der "Süddeutschen Zeitung" selber in Winnenden Fotos gemacht, wo 2009 ein 17-Jähriger 15 Menschen erschossen hatte. Der Münchner Amokläufer hat seine Opfer laut Ermittlern nicht gezielt ausgesucht.

Immer mehr Blumen und Kerzen erinnern vor dem Olympia-Einkaufszentrum an das Blutbad vom Freitag.
Immer mehr Blumen und Kerzen erinnern vor dem Olympia-Einkaufszentrum an das Blutbad vom Freitag. - Foto: © APA/AFP

Der Amoktäter von München hat sich nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bei seiner Tat stärker am norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik und dem Amokläufer von Winnenden orientiert als bekannt. Er war nach Informationen des Blattes selbst nach Winnenden gefahren, hatte sich dort umgesehen und Fotos gemacht. Außerdem hatte er demnach das „Manifest“ Breiviks auf seinem Rechner.

Am Freitag, dem Tag des Münchner Amoklaufs mit zehn Toten, hatte sich die norwegische Bluttat zum fünften Mal gejährt.

Pistole war ursprünglich Theaterwaffe 

Bei der Tatwaffe vom Typ Glock 17 und einem Kaliber von neun Millimetern, mit der der 18-jährige Münchner Einzeltäter am Freitagabend neun Menschen und dann sich selbst erschoss, handelt es sich dem Bericht zufolge um eine Theaterwaffe, die zunächst unscharf und später wieder gebrauchsfähig gemacht wurde.

Die Waffe, deren Matrikelnummer weggefeilt worden war, trage ein Prüfzeichen aus der Slowakei, der Täter habe sie sich aus dem Darknet beschafft, wo sich Internetnutzer fast unerkannt bewegen können. Die „SZ“ berief sich dabei auf Informationen aus Ermittlerkreisen.

3 Menschen noch in Lebensgefahr

Bei der Bluttat am Freitagabend erschoss der 18-jährige Deutsch-Iraner David Ali S. vor dem Olympia-Einkaufszentrum 9 Menschen, 7 davon mit Migrationshintergrund. Bis auf ein 45-jähriges Opfer waren alle zwischen 14 und 20 Jahre alt. Drei Menschen schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. Insgesamt gab es laut Landeskriminalamt 35 Verletzte.

Ermittler: Amokläufer hat Opfer nicht gezielt ausgesucht

Der Amokläufer von München hat nach Angaben der Ermittler seine Opfer nicht gezielt ausgesucht. Dies teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit.

apa/dpa

stol